Teamurlaub: Warum Firmenreisen boomen

Der Chef in der Badehose am Strand, die Chefin mit einem Cocktail in der Disco, Kollegen ausgelassen im Urlaub. Maria Moser, Geschäftsführerin von Moser Reisen, über die Reiselust der Unternehmen und ihren Mitarbeitern.
Autor: Verena Schwarzinger, 03.08.2022 um 08:35 Uhr

Gruppenreisen, Wanderreisen, Fern- und Pauschalreisen, Studienreisen, Agrarreisen, Pilgerreisen und jetzt auch Mitarbeiterreisen. Die Nachfrage nach maßgeschneiderten Reisen für die Mitarbeiter eines Unternehmens nimmt zu. „Wir selbst waren mit unseren 45 Mitarbeitern bereits auf Mallorca, in Berlin oder in Belgrad. Das Zusammengehörigkeitsgefühl wird durch eine Reise enorm gesteigert. Das Team wächst zusammen“, ist Maria Moser, Geschäftsführerin von Moser Reisen, überzeugt. Die Mitarbeiter aus den unterschiedlichsten Abteilungen lernen sich ohne Zeitdruck kennen, kommen ins Reden und erfahren gemeinsam Abenteuer. Nicht nur selbst unternimmt das Reisebüro solche Betriebsreisen, sondern organisiert diese auch für andere Unternehmen. „Zuletzt haben wir für die Firma HAKA Küchen eine Mitarbeiterreise nach Ibiza organisiert. Die Teilnehmer waren begeistert“, so Moser. Die Fluktuationsrate sinkt nachweislich, wenn gesamtunternehmerische Veranstaltungen wie Mitarbeiterreisen begangen werden.

Holiday für die Belegschaft

Unternehmen, die innerhalb kürzerer Zeit mehrere neue Kollegen begrüßen können, bedienen sich an Mitarbeiterreisen, um das Team zu stärken. Auch Betriebe, die gemeinsam im Mitarbeiterkreis neue Strategien oder Visionen erarbeiten wollen, nutzen diese Gruppenreisen. So werden am Tag in Kleingruppen Teambuilding-Spiele abgehalten oder Themen erarbeitet, beim gemeinsamen Essen oder bei einem kulturellen Ausflug stehen dann wieder der Spaß und unvergessliche Erinnerungen im Fokus. Beliebt sind auch Incentivereisen. Hierzu werden vor allem von Versicherungen  die umsatzstärksten Verkäufer eingeladen, gemeinsam mit Gleichgesinnten auf Reisen zu gehen. Mit diesem Benefit vor Augen werden die Mitarbeiter zu Höchstleistungen angespornt. Die Kosten bei Mitarbeiterreisen werden vom Arbeitgeber übernommen. Gezwungen zum gemeinsamen Urlaubserlebnis wird allerdings niemand.

Das Zusammengehörigkeits-gefühl wird durch eine Reise enorm gesteigert. Das Team wächst zusammen.

Ab in den Süden

Die Österreicher zieht es in den Süden. Heuer liegen vor allem Griechenland, Italien und Spanien bei den Urlaubern im Trend. Für eine Reise ans Meer wird auch einiges an Geld hingeblättert. „Die Reiselust ist ungebrochen. Sie ist sogar so groß wie nie zuvor. Schnäppchen oder Last-Minute-Urlaube werden jedoch vergeblich gesucht. Es gilt: rechtzeitig buchen“, so die Reiseexpertin. Dieses starke Fernweh ist auf die Pandemie und auf zwei Jahre voller Einschränkungen zurückzuführen. Die Folgen einer in dieser Zeit nicht stattgefundenen Reise, die im Internet selbst gebucht wurde, hebt nun den Stellenwert von Reisebüros enorm an. „Viele, die Reisen im Internet gebucht haben, die aufgrund der Pandemie ausgefallen sind, haben ihr Geld nicht mehr zurückbekommen. Die Hotlines von Reiseveranstaltern oder Airlines waren überlastet, man bekam keine Auskunft. Bei Buchungen in einem Reisebüro gibt es einen verlässlichen Ansprechpartner. Wir konnten all unseren Kunden nach den Stornierungen während der Pandemie ihr Anzahlungen und Gelder zurückerstatten“, hebt Moser den USP einer Buchung im Reisebüro hervor. Von März 2020 bis zum Vorjahr hieß es abwarten in der Branche. In dieser Zeit meldete Moser Reisen alle Mitarbeiter in Kurzarbeit und musste keine Kündigungen vornehmen.