Swilox: Schlüssel-Innovation

CHEFINFO: Wie kamen Sie auf Swilox bzw. was hat den Innovations­prozess in Gang gesetzt?

Alexander Fried: Ich saß am Computer und bestellte bei einem österreichischen Onlinehändler. Das war langwierig und nervig: Zuerst einen Account anlegen, Passwort bestätigen und und und. Wir mussten aber los, also brach ich die Bestellung ab und kaufte bei Amazon, weil ich bereits einen Account hatte, und das, obwohl ich bewusst bei einem österreichischen Onlinehändler bestellen wollte. Da stellte ich mir die Frage, warum man das nicht einfacher machen kann. Da ich aus dem Mobilfunk- und Webbereich komme, kombinierte ich diese beiden Welten und erfand Swilox.

Ich muss mir nie wieder ein Passwort merken und kann an jedem beliebigen Device Bestellungen aufgeben.

CHEFINFO: Wie funktioniert Ihre Innovation?

Fried: Swilox benötigt keine Passwörter mehr, keinen Username, keine Bestätigungsmails, die oft im Spamordner landen, und keine Adressangaben. Mein ­Smartphone funktioniert wie ein Schlüssel. Ich fotografiere einfach den Swilox-QR-Code und der Händler hat alle Daten, die er von mir braucht, weil sie schon hinterlegt sind. Ich gebe die Bestellung mit einem Klick frei und das war‘s. Ich muss mir nie wieder ein Passwort merken und kann an jedem beliebigen Device Bestellungen aufgeben.

CHEFINFO: Wie haben Sie das Produkt von der Idee zur Serienreife gebracht?

Fried: Im Rahmen eines Forschungsprojekts, das von der FFG gesponsert wurde. Wir haben gemeinsam mit der Uni Linz eine eigene Technologie entwickelt, die schnelles Kombinieren möglich macht. Man ist mit dem Smartphone sofort verbunden und das ­Produkt ist völlig DSGVO-konform. Sicherheit ist wichtig, wir implementieren denselben Standard wie Google und Co., der ­deutlich sicherer ist als reine Passwörter. Wir haben daher den Schlüssel für die On- und ­Offline-Welt neu erfunden. Doch wir kamen im Gespräch mit unseren Kunden drauf, wie wir ihr dringendstes Problem lösen könnten. Der Kunde war quasi ein Innovationstreiber. Es kann nämlich auch der Kunde von sich aus einen Account anlegen bzw. vorbereiten, etwa das Autohaus. Es kennt meine Daten, mein Fahrzeug, ich kann darüber Termine ausmachen und der Händler kann sogar mein Serviceheft hinterlegen. Wir bringen die Offline-Welt somit auf kürzestem Weg in die Online-Welt. Es war das Feedback unserer Kunden, das half, diesen innovativen Prozess zu entwickeln. Österreichs Händler verlieren EU-weit am meisten Kunden ans Ausland. Der stationäre Handel verliert Kunden an andere Onlinehändler. Wenn ich Stammkunde in einem Geschäft bin und ich bestelle dort online, fühle ich mich wie ein Fremder. Mit unserer Lösung bin ich quasi auch online ein Stammkunde. Das System kennt mich dank Swilox sofort.

Autor: Jürgen Philipp, 01.09.2021