Stelzer: „Mit Hausverstand zur Spitzenregion“

Die niedrigste Arbeitslosenquote 2021, starke Exportzahlen, Know-how in Bereichen wie Energie und Mobilität sowie ein Investitionsvolumen für Klimaschutz von 449 Millionen Euro soll Oberösterreich als starkes Industrieland festigen.
Autor: Verena Schwarzinger, 13.01.2022 um 12:42 Uhr

Mit der Energiewende hin zu erneuerbaren Energien, alternativen Antriebsformen und neuen Lösungen im Bereich Mobilität setzt Oberösterreich aufs Klima. Für den öffentlichen Verkehr werden 196 Millionen veranschlagt, für Sanierungsprojekte rund 225 Millionen Euro. Bis 2040 setzt sich Oberösterreich hohe Ziele: 100 Prozent erneuerbaren Energien und ein klimaneutraler Produktions- und Lebensraum.

Das ist der weitere Weg: Wachsen und gleichzeitig sauberer werden. Wir müssen weiter wachsen, denn Wachstum heißt Wohlstand und soziale Absicherung. Wir wollen dabei aber auch noch sauberer werden.

Forschungsschwerpunkt: Klima-Innovationen

Der Fokus auf Klima- und Umweltschutz ermöglicht Oberösterreich wirtschaftlichen Schub und erschließt neue Wirtschaftszweige. An den Automotiv-Standorten wie unter anderem in Steyr werden alternative Antriebsformen entwickelt, Forschungsinitiativen beschäftigen sich mit dem Thema Wasserstoff. Innerhalb der vergangenen zehn Jahren hat sich Oberösterreich bundesweit zur Forschungs-Nummer 1 entwickelt. In Summe entfallen auf Oberösterreich 22,7 Prozent der mit 17.998 in Forschung und Entwicklung tätigen Personen in Österreich sowie mit 2,1 Milliarden Euro 24,1 Prozent der österreichweiten Ausgaben für Forschung und Entwicklung (Statistik Austria).

Es gilt jetzt, die Transformation der Produktion weiter voranzutreiben und dabei die Produktion als Schlüsselfaktor für Wohlstand, Arbeitsplätze und Krisenresistenz zu erhalten.

Bremst Corona die Wirtschaft erneut aus?

Die wirtschaftlichen Aktivitäten im 1. Quartal 2022 sind aufgrund der Pandemie und der Omikron-Variante eingeschränkt. Experte Josef Baumgartner (WIFO) prognostiziert eine Erholung im Laufe des Jahres aufgrund von Aufholeffekten sowie einer verstärkten Nachfrage nach Konsum- und Investitionsgütern getrieben durch private Sparposter. Dieses Mehr im Haushaltsbörserl der Österreicher ist auf das Ersparte während der Krise und auf die Entlastung durch die Steuerreform zurückzuführen. Auch Unternehmen verstärken ihre Investitionen, getragen von der Prämie des Landes, einer Okö-Förderung und der sinkenden Körperschaftssteuer.

Inflationstreiber: Energiepreise

Laut Experten wird sich die Inflation bei rund 3,3 Prozent im Jahresschnitt einpendeln. Gepusht wird die Inflation durch die steigenden Energiepreise: im Vorjahr durch hohe Treibstoffpreise, heuer mit dem Anstieg der Gas- und Stromtarife. Mit Floating Verträgen traten die Teuerungen bereits im Herbst 2021 in Kraft, in der Ostregion wurde eine Preissteigerung für Februar angekündigt. Die Energie AG wird erst zu Jahresbeginn 2023 die Tarife anpassen. Weitere Treiber der Inflation sind die hohe Nachfrage nach Konsumgütern und damit auch eine Verschiebung weg von Dienstleistungen hin zu dauerhaften Konsumgütern.

Pensionswelle der Boomer-Generation

In den Unternehmen stehen 2022 zahlreiche Pensionsantritte bevor. Vor allem die Jahrgänge von 1955 bis 1970 treten in den Ruhestand. Große Lücken, die mit qualifizierten Mitarbeitenden nachbesetzt werden müssen. Neben bestmöglicher Weiterbildung von Menschen ohne Beschäftigung, braucht es eine Erhöhung der Frauenerwerbsquote und das ältere Mitarbeiter mit entsprechenden Arbeitszeitmodellen länger in Beschäftigung gehalten werden.

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