Snooop: Regional ist digital nicht egal

Mario Stangl, CEO von Digital City Solutions, hat schon ­einiges erlebt. Der Hagenberg-Absolvent beschäftigte sich bereits 2005 mit Augmented Reality, zu einer Zeit, wo die Resonanz etwa so war: „Ist eh super, aber ich brauch eine Website.“ Er ging nach Neuseeland und in die USA und hatte dort so etwas wie ein Erweckungserlebnis: „Es war 2014/15 auf einer Konferenz im Silicon Valley. Als der Super Bowl anstand, wollte ich ein Pub finden, das ihn überträgt. Ich fand zwar viele Websites von Pubs, aber es stand nirgendwo, wo eine Super-Bowl-Party stattfindet.“ Das gab ihm zu denken, ebenso seine eigene tägliche Arbeit. „Wir haben schon 2006 die erste Plattform für den stationären Handel gemacht, und nach und nach für unsere Kunden immer mehr Single-Lösungen gebaut wie Apps für den Städtetourismus. Jedes Mal gab es exakt dieselbe Konzeptphase und dennoch begannen wir immer von vorn zu programmieren.“ Warum also nicht eine Plattform schaffen, auf der alle Informationen einer Stadt aus einer Hand angeboten werden – vom Tourismus über den Handel bzw. die Gastronomie und Hotellerie? „Genau das war die Grundidee von Snooop.“

Zitat Mario Stangl

Bald in 86 Städten aktiv

Mit Snooop kann man in einer Stadt alle regionalen Angebote abrufen: „Ich kann mir ein Museumsticket samt Stadttour buchen, einen Tisch im Restaurant reservieren und in lokalen Shops online einkaufen. Auf der Startseite sehe ich lokale Produkte, die ich bestellen kann und der örtliche Taxidienst oder Fahrradbote stellen mir die dann sofort zu.“ Derzeit ist Snooop unter anderem in Enns, Perg, Steyr und Mauthausen aktiv. „In den nächsten Wochen wird Snooop in allen 86  Städten über 10.000  Einwohner in Österreich verfügbar sein.“ In nur fünf Minuten ist ein lokaler Shopbetreiber registriert und sofort sichtbar. Die Idee gefiel nicht nur den Anwendern, sondern auch Investoren. So holte sich Stangl bereits 2015 den Weltmarkt­führer für Zollsoftware MIC ins Boot. Im Rahmen eines Digitalisierungsprojekts bei Neuson Industries wurde auch Neuson auf Snooop aufmerksam, wie Peter Riegler, Managing Director von Neuson Industries, schildert: „Uns hat überzeugt, dass mit dieser mutigen Idee alle Lebensbereiche der physischen Stadt eingefangen werden. Plattformen sind oft sehr eindimensional.“

Online / offline / nie allein

Das digitale regionale Schaufenster ist für Betriebe mit bis zu 50 Produkten im Snooop-Webshop kostenlos. Dazu kümmert sich die Plattform um die Bewerbung und die Social-Media-Strategie, von der die Kunden profitieren. „Dafür haben Geschäftsinhaber wenig Zeit“, so Stangl. „Wir verbinden die Online- mit der Offlinewelt. Kommt eine Bestellung rein, informieren wir den Geschäftsinhaber per SMS. Der kann sie unverzüglich innerhalb der Geschäftszeiten bearbeiten. Retouren kann ich direkt im Geschäft vorbeibringen. Das spart viele Wege.“ Riegler ergänzt: „Es gibt auch keine Zwischenlager, die Logistik wird vereinfacht und das schont die Umwelt.“ Ein eigenes Customer-Success-Team reagiert, wenn der Händler die Bestellung nicht annimmt. „Dann rufen wir ihn an und machen ihn aufmerksam. Ein Online-Kunde wartet nicht gerne.“ Außerdem gibt es Tipps zur richtigen Produktpräsentation. Somit verkürzt Snooop vielen kleinen Shopbetreibern den Weg in die digitale Welt und bleibt dennoch ganz regional.

Snooop App
Autor: Jürgen Philipp, 28.06.2021