RLB OÖ: Halbjahresbilanz unter starkem Kriegseinfluss

Raiffeisenlandesbank OÖ präsentiert eine Bilanzsumme auf weiterhin hohem Niveau und eine stabile Kernkapitalquote. Ukraine-Krieg wirkt sich auf Geschäfte stark aus.
Autor: Verena Schwarzinger, 31.08.2022 um 14:08 Uhr

Das erste Halbjahr 2022 spiegelt sich in Höhen und Tiefen wider. Das operative Geschäft zeigt eine enorm starke Nachfrage nach Investitionsfinanzierungen. Dies zeigt sich hier in einem Plus von 3,8 Prozent. Und auch die Betriebsmittelfinanzierung stieg um 4,5 Prozent an. Die gute Entwicklung zeigt sich unter anderem am Zinsüberschuss (+7,1 Prozent) mit 14,2 Millionen Euro sowie am Provisionsüberschuss (+9,7 Prozent) von 9,7 Millionen Euro. Die NPL-Quote liegt im Konzern bei 2,2 Prozent - das ist ein äußerst niedriges Niveau.

Die Pandemie, die Inflation, der Krieg

Große Unsicherheiten lähmen die Gesellschaft: hohe Energiepreise, Rohstoffmangel, Gaskrise, Lieferengpässe und ein Fachkräftemangel. „Die RLB OÖ kann trotz der aktuellen Herausforderungen und den damit verbundenen wirtschaftlichen Folgen ihren stabilen Kurs bei der Kapitalausstattung fortsetzen“, so Heinrich Schaller, Generaldirektor der RLB OÖ.  Die Kernkapitalquote (CET 1 Ratio) in der Kreditinstitutsgruppe liegt trotz großem Abschreibungsbedarf bei 14,4 Prozent. Die Konzern-Bilanzsumme  befindet sich per Ende Juni 2022 bei 50,2 Milliarden Euro.

Die Geschäftsentwicklung der Raiffeisenlandesbank OÖ ist aufgrund der negativen Folgen des Krieges in der Ukraine deutlich erkennbar. Schaller: „ Die Auswirkungen zeigen sich vor allem in den Portfolio-Risikovorsorgen und anhand von Abwertungen im Bereich der at equity bilanzierten Beteiligungen aus und haben zu einem negativen Ergebnis im Konzern der Raiffeisenlandesbank OÖ geführt.“ Das Betriebsergebnis liegt bei -222 Millionen Euro, der Periodenüberschuss vor Steuern beläuft sich auf -236,1 Millionen Euro.

Wohnbau im Fokus

Eine deutlich gestiegene Nachfrage bei Wohnbaufinanzierungen war zu beobachten: Das Kreditvolumen in diesem Bereich ist im Vergleich zu Ende 2021 um 4,7 Prozent gestiegen. „Die Ankündigung von verschärften Vergaberichtlinien und die steigende Zinslandschaft haben dazu geführt, dass Investitionen und Finanzierungen vorgezogen wurden und so die Nachfrage angekurbelt wurde. Es ist allerdings davon auszugehen, dass die nun geltende Kreditinstitute-Immobilienfinanzierungsmaßnahmen-Verordnung (KIM-VO) für einen Rückgang der Nachfrage führen wird“, so Schaller.