RLB OÖ: Erfolgsjahr 2021 und nachhaltige Absicherung

Über 200 Prozent Steigerung beim Jahresüberschuss vor Steuern, starke Wertpapiergeschäfte und Finanzierungen sowie eine gute Liquidität sichern eventuelle Rückschläge aufgrund geopolitischer Rahmenbedingungen.
Autor: Verena Schwarzinger, 29.04.2022 um 10:26 Uhr

Die Corona-Pandemie aber auch bereits erste geopolitische Herausforderungen gegen Ende des Jahres 2021 beeinflussten das Geschäftsjahr der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich. Den schwierigen Bediengungen zum Trotz erwirtschaftete die Raiba ein sehr erfolgreiches Ergebnis. Die Bank verzeichnet einen Jahresüberschuss vor Steuern von 557,8 Millionen Euro, das entspricht einem Anstieg gegenüber 2020 von 206,9 Prozent. Der Überschuss nach Steuern erhöht sich um 185,3 Millionen Euro auf 464,9 Millionen. Das Ergebnis pendelt sich bei 429,9 Millionen Euro ein und zeigt, dass die Raiffeisenlandesbank OÖ im operativen Geschäft stattlich zulegen konnte. Die Bilanzsummer knackte 2021 erstmals die 50-Milliarden-Euro-Marke (51,4 Milliarden Euro). Die Eigenmittelquote liegt bei 17,5 Prozent. "„Unsere starke Kapitalausstattung ist eine wertvolle Basis und ein zentrales Fundament, um Unternehmen, Institutionen sowie Privatkunden bei ihren Vorhaben und Projekten begleiten zu können, aber auch um Unberechenbarkeiten zu begegnen. Im Vergleich zum Vorjahr konnten wir unsere Kernkapitalquote weiter ausbauen, sie liegt damit sehr deutlich über den regulatorischen Mindestanforderungen", sagt Heinrich Schaller, CEO der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich.

Finanzierungen und Wertpapiergeschäft top

25,3 Milliarden Euro an Volumen standen für Finanzierungen 2021 zur Verfügung. Die Nachfrage vor allem nach nachhaltigen Fonds konnte mit Produkten der Kepler AG gestillt werden. Die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich unterstreicht mit einem Kreditfördervolumen von rund 157 Millionen Euro ihre starke Position. 26 Prozent des gesamten Fördervoluments in Österreichs entfallen auf die Raiba OÖ. Auch nahm die RLB OÖ einige namhafte Beiteiligungen vor und erlangte damit ein Ergebnis von 134,6 Millionen Euro. Das entspricht einem Plus von 49,9 Millionen Euro oder 59 Prozent. Die zwei größten Beteiligungen sind jene an der voestalpine und an der Raiffeisenbank International. Anteilsmässig erlang die Raiba einen operativen Gewinn mit der voestalpine-Beteiligung von 80,1 Millionen Euro. Nach Abschreibungen bleibt eine Summe für die Bilanz von +56,2 Millionen Euro. Die Beteiligung an der Raiffeisenbank International war 2021 mit einem Rekordergebnis verbunden. Die Beteiligung an der Raiffeisen Bank International-Gruppe lieferte ein Ergebnis von 121,8 Millionen Euro. Aufgrund der Analyse und Einschätzung der geopolitischen Situation und der damit verbundenen Risiken wurden bereits im Jahr 2021 Abschreibung von rund -126,0 Millionen Euro vorgenommen.

"Gut gewappnet dank bewusstem wirtschaften"

"Die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich mit 6.154 Mitarbeitern ist für das heurige Jahr gerüstet und die Liquidität ist gesichert", berichtet Heinrich Schaller weiter. Er streicht vor allem auch das Engagement der Raiffeisenlandesbank OÖ für die kritische Infrastruktur im Bereich Medizin hervor. Aus einem amerikanischen Konzern wurde die Herba Chemosan herausgekauft und diese (Herba Chemosan Apotheker-AG) damit zu einem österreichischen Konzern gemacht, der Medikamente aber auch Medizinprodukte produziert. "Für Österreich ist solch ein Konzern sehr wichtig. Wir sollten nicht auf das Ausland angewiesen sein und unsere medizinische Infrastruktur verbessern", so Schaller. Die Bank spendete auch bereits für zahlreiche Hilfsprojekte für die Ukraine oder unterstützt die Flüchtlinge bei der Wohnraumsuche in Oberösterreich. Die Nachhaltigkeit ist auch in der Bankenwelt Thema. Mit 14 neuen E-Ladestationen, einer PV-Anlage, einer Wärmerückgewinnungsanlage und dem Bezug von 100 Prozent Ökostrom ist die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Vorreiter punkto Nachhaltigkeit im Bankensektor.

Der Blick nach vorne

Experten gehen für 2022 von einem Wirtschaftswachstum von 2,3 Prozent und einer Inflation von 5,6 Prozent aus. Doch aufgrund der bereits aktuellen Inflation, den Lieferkettenengpässen oder -stopps bis hin zu den Schließungen von großen chinesischen Städten und Häften aufgrund der Corona-Pandemie sowie den Auswirkungen des Krieges rechnet Schaller mit einer deutlich höheren Inflation als prognostiziert. "Ich befürchte, dass die Inflation noch deutlich zunehmen wir und das Wirtschaftswachstum nicht erreicht werden wird. Es wird ein schwieriges Jahr werden, aber der Worst Case wäre eine Stagnation."