Reden wir über Geld, Frau Hummer!

CHEFINFO: Sie sind Unternehmerin und Präsidentin der Wirtschaftskammer Ober­österreich. Wofür ist eine gute Hand in finanziellen Angelegenheiten mehr gefragt?

Doris Hummer: Das lässt sich gar nicht trennen. In beiden Bereichen braucht es diese gute Hand, denn finanzielle Angelegenheiten haben natürlich da wie dort höchste Priorität.

CHEFINFO: Was haben Sie von daheim mitbekommen, was den Umgang mit Geld betrifft?

Hummer: Bei uns zu Hause wurde jeder Schilling zweimal umgedreht. Meine Eltern haben sich alles von null aufgebaut. Daher kann ich diese sparsame Seite an mir auch gar nicht ablegen.

CHEFINFO: Was vermitteln Sie Ihrem Kind diesbezüglich?

Hummer: Vor allem ist es mir wichtig, dass mein Sohn Felix versteht, dass jeder Euro, der ausgegeben wird, vorher verdient werden muss. 

CHEFINFO: Waren Sie je in finanziellen Nöten?

Hummer: Gott sei Dank nicht. 

CHEFINFO: Wofür haben Sie Ihr erstes selbstverdientes Geld ausgegeben?

Hummer: Das weiß ich noch ganz genau: eine rote Lederjacke.

CHEFINFO: Reizt Sie die Aktienbörse und wenn ja, welche Anlage-Strategie verfolgen Sie?

Hummer: Hier verfolge ich eine konservative und vorsichtige Strategie – und vertraue auf Experten, da ich selber nicht die Zeit für detaillierte Analysen habe.

CHEFINFO: Was halten Sie noch für ein sicheres Investment?

Hummer: Ich glaube, das einzig sichere Investment gibt es nicht. Es gibt nur mehr oder weniger sichere. Grundsätzlich halte ich ein sehr heterogenes Portfolio und investiert wird vor allem ins eigene Unternehmen.

CHEFINFO: Wenn Sie Finanzministerin wären und freie Hand hätten, was würden Sie sofort ändern?

Hummer: Da fällt mir auf Anhieb ein: Die Abgabenlast senken, den Faktor Arbeit entlasten und Innovationen stärker absetzbar machen. Das und noch einiges mehr!

CHEFINFO: Haben Frauen ein anderes Verhältnis zu Geld als Männer?

Hummer: Das glaube ich nicht. Ich denke, das ist eher eine Persönlichkeits- als eine Geschlechtsfrage.

CHEFINFO: Welchen Luxus gönnen Sie sich?

Hummer: Urlaube und Mode sind meine Schwachpunkte. Diese Steckenpferde teile ich aber sicher mit vielen Menschen. Ob man da schon von Luxus reden kann – ich weiß es nicht.  

Autor: Klaus Schobesberger, 26.05.2021