Oö. Startups: Innovationstreiber, Arbeitgeber, Wohlstandssicherer

Die oberösterreichische Startup-Szene performt im nationalen Österreichvergleich überdurchschnittlich und besteht auch am internationalen Bankett. Aufgrund der hohen Technologieintensität und dem stets steigenden Innovationsgrad der Startups, die der Austrian Startup-Monitor der AIT zeigt, ist Oberösterreich ein Spitzenstandort für aufstrebende Gründer. Mit Know-how, Netzwerk, Finanzierungen und weiteren Beratungen aus den Bereichen Wirtschaft und Wissenschaft steht Gründern seit 20 Jahren Tech2b zur Seite. Gemeinsam wurden 450 Ideen erarbeitet, jedes zweite Startup wurde gegründet. Die Szene ist damit Innovationstreiber, Arbeitgeber und sichert Wertschöpfung im Land. „In den Unternehmen arbeiten heute mehr als 1.200 Mitarbeiter. 8 von 10 High-Risk Unternehmen, die in den vergangenen fünf Jahren gegründet wurden, sind auch heute noch am Markt aktiv. Nicht zu vergessen ist die Wertschöpfung, die Startups in Kooperationen mit anderen bestehenden Unternehmen auslösen“, sagt Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner. Aktuell werden 37 Startups, um neun mehr als im Vorjahr begleitet und beraten. Im MedTech-Bereich konnten bereits sieben Patente angemeldet werden.

Der Pandemie getrotzt

Am Beginn der Pandemie vor zwei Jahren blickten Experten mit Besorgnis auf die Entwicklung der Gründerszene in Oberösterreich. Doch Mut, Kreativität und Innovationsdrang waren die Antworten der Startups auf die Pandemie. Seit der Krise verzeichnet Tech2b 10 bis 15 Prozent mehr Bewerbungen für unterschiedliche Unterstützungsprogramme. „Auf die Krise konnten sich die Startups schnell einstellen. Zugleich war und ist die Krise eine Chance und ein Türöffner. Digitalisierungslösungen werden gesucht, zukunftsweisende Technologien werden benötigt – genau hier setzen die Ideen der oö. Startups an“, so Achleitner. Hemmschuh im Aufwind der Szene ist jedoch wie auch in anderen Bereichen der Fachkräftemangel, aber auch der Netzwerkaufbau mit anderen Gründern oder Partnern ist herausfordernder.

Politik investiert in Szene

Von der Idee bis zur Marktreife ist es ein langer Weg. Um bereits in sehr frühen Phasen der Ideenfindung ein Screening anzubieten, wird das neue Frühförderungsprogramm „Ideate“ angeboten. „Ideate“ ist sehr niederschwellig und stellt erfahrene Unternehmer und Experten Neugründern wie Mentoren zur Seite. 14 Teams sind seit Herbst 2021 in dieser Erstphase und werden sechs Monate lang begleitet. Ein solches Erstscreening ist in den USA zum Beispiel üblich.

Neben dem Tech-Sektor wurden auch im MedTech bereits zahlreiche Neugründungen umgesetzt. Auch im Bereich Tourismus werden mittels Digitalisierungspotenzial acht Startups begleitet. Nun wird ein neuer Bereich hinzugenommen: Ökologisierung und Nachhaltigkeit bergen große Chancen für die Wirtschaft Oberösterreichs. Klima- und umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen stehen im Fokus. „Tech2b ist regionaler Partner des OpenClimAccelerators des Climate KIC der Europäischen Union. So kann der Zugang zur europaweiten Community in dieser Branche und zu einem hoch entwickelten Set an Tools und Unterstützungsleistungen angeboten werden“, sagt Raphael Friedl, Geschäftsführer Tech2b Inkubator GmbH.

Das Land Oberösterreich investiert in Tech2b zwei Millionen Euro, davon entfallen 50 Prozent der Leistungen auf das Land, 35 Prozent auf den Bund und 15 Prozent auf Sponsoren. Auch die neue TU Linz, die aktuell in der Konzeptionsphase ist, wird ein Gründerzentrum für Startups verankern, um Ideen schnell in die Wirtschaft zu bringen.

Autor: Verena Schwarzinger, 16.02.2022