Miba: Innovation in Abstimmung mit dem Kunden

CHEFINFO: Wie läuft der Innovationsprozess bei Miba?

Falk Nickel: Die Miba hat in allen ihren Geschäftsbereichen eigene Forschungsabteilungen eingerichtet – wir beschäftigen dort insgesamt 300   Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Innovations- und Forschungsprozess läuft in enger Abstimmung mit unseren Kunden. Wir verstehen sie gut und tauschen sich eng und im persönlichen Kontakt mit ihnen aus. Auf dieser Grundlage entwickeln wir innovative Lösungen für ihre herausfordernden Aufgabenstellungen. Markt- und Kundennähe sind die wesentlichen Faktoren dafür. Zudem tauschen wir uns im Innovationsprozess auch untereinander intensiv aus. Der Vertrieb und der Bereich Forschung und Entwicklung arbeiten eng verzahnt und abgestimmt. Und wir achten auf eine offene Kommunikationskultur und flache Hierarchien. Das alles hilft uns, neue Anforderungen unserer Kunden rasch zu erkennen und die passenden Lösungen gemeinsam mit ihnen zu entwickeln.

Erst vor wenigen Wochen hat die EU-Kommission die Miba und Voltlabor in das IPCEI-Programm aufgenommen.

CHEFINFO: An welchen Innovationen arbeiten Sie gerade?

Nickel: Bei 300 Mitarbeitern in ­Forschung und Entwicklung können Sie sich sicher vorstellen, dass das eine breite Fülle an Innovationen ist. Aber eines vereint sie alle: unsere Unternehmensmission „Technologies for a cleaner planet“. Wir wollen mit Miba-Technologien einen Beitrag leisten, die Ge­winnung, Übertragung, Speicherung und Nutzung von Energie noch effizienter und damit nachhaltiger und umweltfreundlicher zu machen. Das beginnt bei Miba-Produkten für die Antriebstechnologie – egal, ob für den Verbrenner, Hybrid- oder rein elektrischen Antrieb. Es geht weiter mit Produkten für Windkraft- oder Solaranlagen, Wasserkraftwerke und zur effizienten Energieübertragung in Stromnetzen. Und es umfasst auch Batterie-Komponenten und Batterie-Systeme.

CHEFINFO: Sie kooperieren auch mit Start­ups. Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht bzw. wie passt die Startup-Kultur zu einem großen Unternehmen wie Miba?

Nickel: Das funktioniert dann gut, wenn sich die Kompetenzen der Unternehmen ergänzen. Ein Beispiel: Wir haben uns vor zwei Jahren am Mühlviertler Unternehmen Voltlabor beteiligt, das Batterie-Systeme produziert. Nun wollen wir gemeinsam einen weltweiten Batterie-Spezialisten aufbauen. Voltlabor bringt dafür sein Know-how über Batterie-Systeme ein, die Miba ihr Know-how rund um das Batterie-Thermomanagement und zudem ihren weltweiten Marktzugang und ihre Industrialisierungskompetenz. Zudem sollte das Mindset der Unternehmen zusammenpassen, auch das ist im Fall von Voltlabor klar der Fall. Erst vor wenigen Wochen hat die ­EU-Kommission die Miba und Voltlabor in das IPCEI-Programm (Important Project of Common European Interest) zum Aufbau einer wettbewerbsfähigen europäischen Batterie-Produktion aufgenommen – als nur zwei von sechs österreichischen Unternehmen.

Autor: Jürgen Philipp, 06.09.2021