Kalt gewaxt, heiß gewonnen

Augenbrauen formen und rahmen das Gesicht. Treatments rund um die Brauen gibt es viele. Ein Linzer Startup katapultierte sich damit an die internationale Beauty-Weltspitze. Mehr als 40 Millionen Kaltwachsstreifen verkaufte andmetics bisher weltweit.
Autor: Verena Schwarzinger, 20.10.2022 um 00:00 Uhr

Ein Streifen, der die Welt revolutioniert. Perfekt angepasst unterhalb der Augenbraue, auf der Oberlippe, an den Ohren oder am Kinn, wird der Kaltwachsstreifen in seiner jeweiligen Form angeklebt und mit einem Ruck abgezogen. Klingt einfach, musste jedoch erst einmal erfunden werden. Andrea Lehner, Maskenbildnerin und Visagistin, gab die zündende Idee und Marketing-Expertin Margot Helm brachte diese zur Marktreife. „Als Startup-Gründerin muss man von seinem Produkt sehr überzeugt sein. Und das war ich jedenfalls. Nachdem ich den Kaltwachsstreifen erstmals an meinen Augenbrauen getestet hatte, war ich begeistert und genau dies macht das Unternehmen noch erfolgreicher“, berichtet Margot Helm, Co-Founderin von andmetics GmbH. In einer österreichischen TV-Startup-Show sicherte sich Helm anfangs auch sogleich ein Investment von 500.000 Euro.

Als Startup-Gründerin muss man vom eigenen Produkt sehr überzeugt sein und das war ich.

Auf der Braue zum Erfolg

Der Erfolgslauf startete, ging weiter und ist noch lange nicht zu Ende. Ein eigener Webshop liefert an Kunden weltweit. In Österreich sind die Produkte – die regelmäßig erweitert und überarbeitet werden – flächendeckend in den Drogerien wie beim Marktführer Bipa erhältlich, europaweit verkaufen die Müller- Kette, aber auch Lebensmittelhändler oder Großhändler für Frisöre die Kaltwachsstreifen. Auch den Schritt über den großen Teich wagte die Unternehmerin. „Anfang 2017 setzte man erste Aktivitäten in einem führenden Teleshopping-Sender in Kanada. Danach ging es Schlag auf Schlag und unsere Produkte fanden sich in Walmart Shops in den USA oder im Online- Handel in Malaysia und Singapur wieder.“ Die innovativen Kaltwachsstreifen haben sich die Unternehmerinnen auch patentieren lassen.

An der Wurzel packen

Das Sortiment umfasst nicht mehr nur Produkte für die Haarentfernung im Gesicht, sondern für den ganzen Körper. Sechs neue Produkte – für Arme, Beine, Rücken und Intimbereich – wurden neu am Markt eingeführt – und das während der Pandemie. „Der kontinuierliche Aufbau des internationalen Vertriebes der Enthaarungsmarke andmetics steht weiterhin im Fokus. Darüber hinaus wollen wir uns aber stets weiterentwickeln. Mit neuen Produkten wie jetzt für den ganzen Body bis hin zu unserer Submarke ‚andmetics professional‘ haben wir zum Ziel, weitere innovative ‚Brow & Lash‘-Produkte zu entwickeln“, so Helm. Das Startup entwuchs seinen Kinderschuhen

Kann es je genug sein?

Ein Produkt entwickeln, Kundenbedürfnisse befriedigen, aber auch Partner finden und binden. Wie kann dies gelingen? Margot Helm gibt zukünftigen Gründern folgenden Tipp: „Grundsätzlich gibt es verschiedene Wege, um mit Drogerieketten, Beauty-Online- Stores oder dem Handel in Kontakt zu treten: auf der einen Seite die direkte Ansprache, auf der anderen Seite Auftritte bei internationalen Messen. Man kann so ‚face to face‘ seine Produkte nicht nur besprechen, sondern auch ihre Benefits live vorzeigen.“