HYPO OÖ: Rekordergebnis durch Wohnbau und Wertpapieren

Jahresüberschuss verdreifacht - Finanzierungsvolumen sind in allen Kundensegmenten deutlich gestiegen. 1. Quartal über Erwartungen aber Prognose für 2022 aktuell schwierig.
Autor: Verena Schwarzinger, 26.04.2022 um 11:50 Uhr

„Außergewöhnlich erfolgreich“ war das Geschäftsjahr 2021 für die HYPO Oberösterreich. Um 32,5 Millionen Euro erhöhte sich der Jahresüberschuss vor Steuern und hat sich damit verdreifacht im Vergleich zum Jahr 2020. Die Bank verzeichnet eine Bilanzsumme von 8,16 Milliarden Euro, was einem Plus von 4,3 Prozent entspricht. Vor allem die stark gestiegenen Finanzierungsvolumen in allen Kundensegmenten, ein gutes Dienstleistungs- und Wertpapiergeschäft sowie eine ausgezeichnete Risikolage ermöglichten dieses Gesamtergebnis. „Mit unseren strategischen Schwerpunkten Kundenorientierung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit haben wir uns gut positioniert. Wir werden unseren Kurs konsequent fortsetzen“, sagt Klaus Kupfmüller, Generaldirektor der HYPO Oberösterreich. Die wichtige Kennzahl, die NPL-Quote, liegt bei nur 0,35 Prozent.

Aktuell blicken die Verantwortlichen besorgt auf das Jahr 2022: der russische Angriffskrieg, Preissteigerungen bei Energie und im Bausektor sowie die hohe Inflation sorgen für Verunsicherung. Ein Risiko einer Stagnation ist laut Experten gegeben. Dennoch zeigt das 1. Quartal eine hohe Nachfrage bei Finanzierungen besonders im privaten Wohnbau. Auch das Wertpapiergeschäft hat nochmals zugelegt.

Starker Anstieg im Wohnbau-Segment

Wohnbau steht bei der HYPO weiterhin im Fokus und die Experten bauen ihre Position als „Wohnbaubank Nummer eins im Bundesland“ mit einem Finanzierungsvolumen von rund 800 Millionen Euro, einem Plus von 38 Prozent, weiter aus. Im privaten Wohnbau wurde erstmals die Grenze beim Finanzierungs-Neuvolumen von 200 Millionen Euro überschritten (+22 Prozent). Das Segment verdreifachte sich damit in den Jahren von 2013 bis 2021. Im Vorjahr haben sich laut Kupfmüller rund 1.000 oberösterreichische Familien ihren Traum vom Eigenheim mit einer Finanzierung der HYPO erfüllt. „Die niedrigen Kreditzinsen in den letzten Jahren haben die Leistbarkeit für den Erwerb von Wohneigentum trotz der gestiegenen Immobilienpreise erheblich unterstützt.“ Neben dem privaten Wohnbau steigt das Ausleihvolumen auch im Bereich Großkunden um 5,4 Prozent auf 2,91 Milliarden Euro bzw. das Neuvolumen um 66 Prozent auf 521 Millionen Euro.

Oberösterreicher fragen Wertpapiere stark nach

Die erstmalige Platzierung eines hypothekarisch besicherten Green Bond im Volumen von 250 Millionen Euro am internationalen Kapitalmarkt und die starke Nachfrage ermöglichte der HYPO ein Emissionsvolume von 4,24 Milliarden Euro. Auch der Bereich Wohnbauanleihen steigerte sich auf mehr als 40 Millionen Euro. Deutlich gestiegene Fondsumsätze erhöhten auch das Volumen der Wertpapierkäufe der Kunden um 40 Prozent. Nachhaltige Fonds haben sich verdoppelt, der Boom bei den Aktientransaktionen bleibt. Das Wertpapiergeschäft gesamt verzeichnet 17 Millionen Euro und liegt damit deutlich über dem österreichischen Bankendurchschnitt. Auch im Bereich der Einlagen wurden Zuwächse verzeichnet. Die Spar- und Giroeinlagen steigen um zwölf Prozent auf einen neuen Rekordstand von 1,95 Milliarden Euro.

HYPO Mehr-Wert-Strategie

Nachhaltigkeit ist auch in der Bankenwelt im Fokus. Als Ziel setzt sich die HYPO, dass sie bis 2025 klimaneutral wird und bei den Finanzierungen den CO2-Fußabdruck deutlich reduziert. Auch wurden in der Strategie bereits iso-zertifizierte Umweltmanagementsysteme eingeführt, eine nachhaltige Produktschiene in allen Dienstleistungsbereichen initialisiert und neun dieser hypo_blue Produkte wurden bereits mit dem Österreichischen Umweltzeichen prämiert. Im Green Finance Pool der Bank befindet sich ein Finanzierungsvolumen von 530 Millionen Euro.