Hummer: Gratisstrom-Tage und Pensionisten-Zuckerl

Laut einer IMAS-Umfrage blicken 53 Prozent der Firmen wegen steigender Preise und fehlender Arbeitskräfte pessimistisch ins neue Jahr. Der Wirtschaftsbund fordert Entlastung bei Arbeits- und Energiekosten.
Autor: Klaus Schobesberger, 09.01.2023 um 17:00 Uhr

Die Mehrheit der Wirtschaftstreibenden in Oberösterreich (53%) geht von einer Verschlechterung des wirtschaftlichen Status Quo in Oberösterreich in den kommenden zwölf Monaten aus. Das zeigt die vom Wirtschaftsbund (ÖVP) in Auftrag gegebene IMAS-Studie „Aktuelles Stimmungsbild der oö. Unternehmerinnen und Unternehmer“, die heute vor Journalisten präsentiert wurde (telefonische Befragung, n = 500, vom 26. Oktober bis 1. Dezember 2022). Sorge (21%) und Skepsis (32%) überwiegen gegenüber der Zuversicht (43%). Als die größten Hemmnisse werden Kosten und Finanzierung sowie der Fachkräftemangel genannt. Auch Lieferschwierigkeiten, Rohstoffmangel und Bürokratie zählen zu weiteren Herausforderungen. Auf Nachfrage konnten nur 15 Prozent der Unternehmen die Mehrkosten zur Gänze , 81 Prozent konnten die Mehrkosten nicht oder nur zum Teil über eine Preisanpassung ihrer Produkte und Dienstleistungen an ihre Kunden weitergeben.

Land Oberösterreich soll einspringen

Wegen der massiven Preissteigerungen bei Energieanbietern fordert WKOÖ-Präsidentin und Wirtschaftsbund-Landesobfrau Doris Hummer Unterstützung durch das Land Oberösterreich: "Wir fordern Gratis-Stromtage für Gewerbetarifkunden ähnlich wie Salzburger Modell." Sowohl für kleine Unternehmen bis 100.000 kWh Jahresverbrauch als auch für Betriebe mit einem Jahresverbrauch von über 100.000 kWh würde eine Entlastung eine wesentliche Erleichterung der angespannten Situation bewirken. 

Arbeit muss sich wieder lohnen

Auch am Arbeitsmarkt müsse die Regierung trotz gescheiterter Reform Maßnahmen setzen: Etwa bei Mehrleistung und Vollzeitarbeit. Leistung muss durch steuerliche Entlastung von Überstunden belohnt werden. Spürbare Steuerbegünstigungen würden dazu beitragen, dass von der einzelnen Überstunde mehr am Konto bleibt. Zum anderen soll älteren Arbeitnehmer die Rückkehr in den ausgetrockneten Arbeitsmarkt erleichtert werden: Hummer fordert Freibeträge für arbeitende Rentner und die Streichung von Pensionsversicherungsbeiträge in der Pension. Damit würde die Arbeitsmarktlage entlastet werden und den Pensionisten bleibt deutlich mehr im Börserl. Zum Thema Arbeitskräftemangel werde der Wirtschaftsbund Oberösterreich eine eigene Kampagne mit dem Titel „Zukunft der Arbeit - Leistung muss sich wieder lohnen“ im neuen Jahr starten, sagt Landesgeschäftsführer Wolfgang Greil.