hub,ert: Die erste Adresse für Gründer

Für fast alle Startups dieser Ausgabe begann das Abenteuer Selbstständigkeit mit einem ersten Schritt: Sie klopften bei hub,ert an. Der „Hub for Entrepreneurship, Research and Technology“ umfasst die geballte Kompetenz aller relevanten Player der oberösterreichischen Gründerszene. Hub,ert koordiniert nicht nur die Gründer-Agenden im Land und ermöglicht einen abgestimmten Auftritt der Dachmarke, es zeigt und lebt das Ineinandergreifen aller gründungsrelevanten Themen. Das Vernetzen der Institutionen bietet den potenziellen Gründern den Komfort eines One-Stop-Shops. „Der Austausch mit dem Netzwerk und den Partnern als auch die Zusammenarbeit mit den Gründern und Startups ist natürlich vermehrt digitaler geworden, dennoch können wir die Leistungen in der gewohnten Qualität abliefern“, schildert Raphael Friedl, Geschäftsführer von tech2b und hub,ert-Mitglied der ersten Stunde.

Hohes Niveau der Gründungen

Gerade in der aktuellen Situation profitieren Startups vom regen Austausch der Mitglieder untereinander. Mitglieder aus zehn Institutionen mit einer Hundertschaft an Experten und tausenden Kontakten lassen Gründer nicht im Stich.

Zitat Raphael Friedl

„Trotz oder vielleicht gerade wegen der aktuellen Situation kommen nach wie vor zahlreiche Gründungsvorhaben zu uns. Der Mut und das Interesse, seine Ideen zu verwirklichen und das eigene Business aufzubauen sind weiterhin stark vorhanden.“ Und auch die Qualität der Einreichungen bleibt auf gewohnt hohem Niveau. „Das freut uns ganz besonders. Es macht Spaß, die Entwicklungen zu begleiten und die Gründungsvorhaben bei ihrem Entstehen tatkräftig zu unterstützen.“ Das Expertenteam rund um hub,ert treibt den Startup-Motor Oberösterreichs trotz oder wegen der aktuellen Umstände somit weiter voran.

Interview hub,ert

Gründen ist in

Bernhard Aichinger, Landesvorsitzender Junge Wirtschaft, Raphael Friedl, Geschäftsführer tech2b, Georg Spiesberger, Geschäftsführer des Techcenter Linz und der Neuen Werft, Alexander Stockinger vom Gründerservice der WKOÖ und Gerold Weisz, Startup-Coach und Leiter Unternehmensgründung der FH OÖ im Interview, warum ausgerechnet jetzt Gründen im Trend liegt.

STARTUP: Trotz aller Widrigkeiten gab es 2020 eine Steigerung bei den Gründungen. Wie kann man sich das erklären?

Alexander Stockinger: Gründungen werden immer populärer. Gründen ist in. Es gab eine gewisse Aufbruchstimmung, in dem Sinne indem sich viele Menschen neu orientiert haben und ihr Leben überdacht haben. Viele stellten sich die Frage, ob ihr Job eigentlich noch zu ihnen passt. Dazu ist Gründen selbstverständlicher geworden. Natürlich sind auch viele dabei, die sich nebenberuflich selbstständig gemacht haben, einige wenige gründeten sicher auch wegen der Lage am Arbeitsmarkt, aber beim überwiegenden Teil ging es um eine Neuorientierung. Österreich war nie ein Land der Selbstständigkeit, aber es gibt jetzt einige Vorbilder und sie sind viel präsenter. Vor allem Startups sind in den Medien, wie in diesem Sonderheft, ein Thema.

Bernhard Aichinger: Es geht auch um Chancen und viele nutzen die Chance des Unternehmertums im Allgemeinen. Interessant ist, dass die Gründungsmotive sich nicht verändert haben. Seine Ideen zu verwirklichen, sein eigener Chef zu sein, sich die Zeit flexibler einzuteilen sind nach wie vor die stärksten Motive. Nur 2 % aller Gründer waren vorher arbeitslos. Das Thema Unternehmertum wird mehr und mehr in den Schulen und Fakultäten als echte Alternative zum klassischen Berufsleben vermittelt. Hier wird viel Aufklärungsarbeit geleistet, auch von uns als Junge Wirtschaft. Der Trend wird sich auch 2021 fortsetzen, da bin ich mir sicher.

Gerold Weisz: Startups sind allgegenwärtiger. Auch in den Schulen beschäftigt man sich mit Gründungen. Dazu werden die Gründer immer jünger, teilweise gründen sie schon vor der Matura. In der Startups-Szene hat sich viel zum Positiven verändert. Das Thema kommt an und die Medien springen auf diesen Zug mit auf. Als ich vor zehn Jahren gesagt habe, die Wirtschaft wird sich verjüngen, hat mir das noch keiner geglaubt. Die heute 15- bis 20-Jährigen sehen sich jetzt vermehrt als potenzielle Unternehmer. Die junge Generation heute denkt ganz anders als die Generationen vor ihnen. Es gibt diesen einen Job nicht mehr, wo man ein Leben lang bleibt. Heute wollen sie nach fünf Jahren wechseln, weil sie neue Erfahrungen mache wollen. Sie sind viel flexibler.

Zitat Gerold Weisz

STARTUP: In welchen Feldern gibt es aktuell die meisten Gründungen?

Raphael Friedl: Ein großes Thema ist der Fokus auf Regionalität, Nachhaltigkeit, und den Social-Bereich in Kombination mit der Digitalisierung. Ein weiterer Fokus liegt auf dem Industriebereich mit Schwerpunkt auf Softwarethemen, Künstliche Intelligenz sowie auf Software und Digitalisierung. Und die Kreativwirtschaft spielt mittlerweile in allen Bereichen eine tragende und aktive Rolle.“

Weisz: „Bei der jungen Generation steigt das Bewusstsein über Nachhaltigkeit, deshalb sind solche Startups the hottest shit.

Zitat Georg Spiesberger

STARTUP: Wie haben Sie das letzte Jahr aus Sicht der Praxis erlebt?

Georg Spiesberger: Ich hatte den Eindruck, dass viele Firmen sehr vorsichtig waren – teilweise zu vorsichtig, wie sich herausgestellt hat. Es gab beispielsweise das Interesse eines potenziellen Mieters an Büroflächen. Er wartete ab. Als er die Flächen wollte, waren sie schon vergeben. Ich kenne kein einziges Unternehmen, das im letzten Jahr nicht operativ gewachsen wäre. Die Pandemie hat der Digitalisierung und der Erneuerung generell einen riesigen Schub gegeben.

Stockinger: Deshalb rechnen wir auch 2021 mit einer ähnlichen Entwicklung, vielleicht mit einem nicht ganz so großen Wachstum an Gründungen, aber auch heuer geht es bei vielen Menschen nach wie vor um das Thema Neuorientierung.

Aichinger: Unsere Wirtschaft wird kleinteiliger und damit steigen auch die Chancen etwa von EPUs, das sehe ich in meiner eigenen Firma. Gute Freelancer sind durchaus gefragt. Das ist natürlich in dieser Breite erst durch die Digitalisierung möglich geworden.

Cover STARTUP

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Autor: Jürgen Philipp, 23.04.2021