Gaming: Level completed

Mama, ich werde professioneller Gamer!“ „Nein, lern etwas Vernünftiges!“ Zur Aufklärung: Unter Gaming versteht man das Spielen auf PC, Konsole, Smartphone  oder Tablet. Angefangen vom weltweit am öftesten verkauften Spiel „Minecraft“ bis hin zu „FIFA“ oder „ Fortnite“. Der österreichische eSport-Verband zählt rund 55.000 E-Sportler. Professionelle Gamer verdienen „gutes“ Gehalt. Siegt man wie Kärntner David Wang 2019 in einem WM-Finale, staubt man auch 1,5 Millionen US-Dollar ab.

Ich geh dann mal spielen!

Der Gamer ist nur die Spitze des Eisbergs. Denn bis dieser ein Spiel zocken kann, braucht es die Idee, die Programmierung, Grafik, Marketing und mehr. Die Videospielindustrie mit ihrer faszinierenden Arbeitswelt hat mittlerweile auch in Österreich Fuß gefasst. Top ausgebildete Gaming-Experten – Game Designer, Developer, Artists, Software Developer, Mathematicians oder Product Manager – werden gesucht. Um diesem Boom des Videomarktes gerecht zu werden, ließ die FH des BFI Wien den Studiengang „Interactive Media & Games Business“ implementieren. „Der große Talentpool der Österreicher in der Szene verzeichnet momentan noch einen ,Schwund‘ ins internationale Geschäft. Mit dem Lehrgang kann die Kreativbranche gezielt ausbilden. Viele Firmen versuchen Prozesse interaktive zu gestalten, um sich als attraktiver Arbeitgeber für (junge) Menschen anzubieten. Neben den Basics und Spezifika für den jeweiligen Beruf, werden die Themen ,Metaverse‘ oder auch ,virtuelles Shopping von Waren oder Dienstleistungen‘ im Studiengang abgedeckt“, sagt Kai Erenli, Studiengangsleiter des Bachelorstudiengangs.

Zukunftsmarkt Gaming

Mehr als 2,5 Milliarden Menschen weltweit spielen. 2021 verzeichnete die Videospielbranche einen Gesamtwert von 178,73 Milliarden US-Dollar, ein Wachstum von 14,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Prognose: weiterhin steigend. Bis 2025 soll sich der Umsatz derGaming-Szene auf 190 Milliarden US-Dollar weltweit belaufen. Die Videospielbranche wächst damit schneller als Musik und Film – wenn das kein attraktiver und zukunftssicherer Arbeitsplatz ist. In den USA ist die größte Videospielwelt zu Hause. 2017 waren rund 220.000 Beschäftigte in rund 2.500 Unternehmen tätig. Wer eine Ausbildung im Bereich Gaming, Video- oder Virtual-Reality-Spiele absolviert, hat die Qual der Wahl am Arbeitsmarkt. „Die Studierenden erhalten während des Studiums schon viele Anfragen von Firmen und Studios aus aller Welt. Da gerade die Gaming-Branche wie auch jene der interaktiven Medien (AR, VR, XR etc.) international ausgerichtet ist, ist auch die Ausbildung international“, so Erenli, der die Rechtsabteilung einer Wiener Animationsfirma leitet. Ein weiterer stark wachsender Markt sind mobile Games aufgrund der Verfügbarkeit von Smartphones. Bis Ende 2022 soll hier ein Umsatz von 95 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet werden.

Von wegen Game over

Die Pandemie hat die Branche zusätzlich gepusht. „Die Pandemie hat auch den Ruf nach interaktiven, gamifizierten Projekten sowie Games an sich verstärkt. Games haben viele durch die Pandemie gebracht und konnten das ohnehin große Potenzial noch verstärken. Es ist daher davon auszugehen, dass die Szene hier die Chance hat, einen großen Beitrag zu leisten, auch wenn die standortbedingten Rahmenbedingungen nicht immer ideal sind, um im internationalen Wettbewerb zu bestehen. Der Wettstreit der Firmen um Talente wird auch in Zukunft noch anhalten“, so Erenli.

Autor: Verena Schwarzinger, 27.04.2022