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Grafisch dargestellter Einkaufswagen | Credit: Forte Digital
Forte Digital
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Wenn der KI-Agent den Einkauf übernimmt

12.10.2026 um 11:17, Online Promotion
min read
KI-Agenten beeinflussen, welche Produkte gefunden und verglichen werden. Für Unternehmen entsteht damit eine neue Disziplin: Business-to-Agent.

tellen Sie sich vor: Sie brauchen eine Regenjacke fürs Radfahren und beauftragen Ihren digitalen Assistenten mit der Suche. Sie nennen Preisrahmen, Lieferzeit und Wünsche wie ein kleines Packmaß. Der Agent vergleicht Angebote, wählt ein passendes Produkt, bestellt und bezahlt.

Noch ist dieses Szenario nicht alltäglich. KI-Systeme unterstützen heute vor allem bei Recherche und Produktvergleich; den Kauf schließen die Menschen meist selbst ab. Live-Tests zeigen jedoch, dass Agenten auch bezahlen können, wenn sie dafür ein Mandat erhalten: Bei der ersten live durchgeführten agentischen Transaktion in Deutschland suchte ein KI-Agent auf der Mastercard-Plattform Priceless.com nach passenden Events, schlug Termine vor und übernahm anschließend Buchung und Bezahlung.

Chefsache, nicht IT-Projekt 

Die Weichen dafür stellen große Technologie-, Handels- und Zahlungsanbieter bereits. Doch Agentic Commerce ist kein reines IT-Thema: Wenn KI- Systeme Produkte auswählen, empfehlen und perspektivisch auch kaufen, betrifft das unmittelbar Sichtbarkeit, Leistungsversprechen und Kundenbindung einer Marke. Wer Preise, Produktinformationen und Abläufe jetzt auf digitale Assistenten ausrichtet, kann neue Verkaufskanäle später schneller nutzen.

Der Agent muss die Marke verstehen 

Bisher optimierten Unternehmen ihre Angebote vor allem für Suchmaschinen, Marktplätze und menschliche Shopbesucher. Das reicht nicht mehr. Zunehmend entscheidet auch ein KI-System, welche Produkte es berücksichtigt. Ein Agent kann nur empfehlen, was er eindeutig erfassen und mit den Wünschen seiner Nutzer abgleichen kann – neben Produktmerkmalen und Preisen auch Verfügbarkeit, Lieferzeiten und Rückgabebedingungen.

Große Marktplätze sind hier im Vorteil: Sie bieten ein breites Sortiment und liefern meist mehrere passende, sofort verfügbare Produkte. Kleinere Shops müssen ihre Stärken so übersetzen, dass auch eine Maschine sie erkennt – etwa Reparaturservices, Garantien, Herkunftsnachweise oder Angebote für bestimmte Anwendungssituationen.

Wer künftig im Warenkorb
eines KI-Agenten
landen will, muss Preise,
Vorteile und Services so
bereitstellen, dass auch
eine Maschine sie versteht.
Loyalität entsteht
dann nicht mehr nur
beim Menschen, sondern
auch beim digitalen
Assistenten, der in seinem
Auftrag einkauft.

Joachim Bader, Managing Partner von Forte Central Europe
Joachim Bader | Credit: Forte Digital
Joachim Bader, Managing Partner von Forte Central Europe

Eine Outdoormarke muss nicht bei jeder Suche nach einer Regenjacke auftauchen. Relevant wird sie, wenn ein Agent eine besonders leichte, reparierbare Jacke für eine mehrtägige Radtour sucht. Voraussetzung: Der Shop inszeniert diese Eigenschaften nicht nur emotional, sondern beschreibt sie eindeutig und maschinenlesbar.

Rabatte ohne Gutscheincode 

Ein KI-Agent berücksichtigt weder Werbebanner noch Gutscheincodes aus Newslettern verlässlich. Das Shopsystem sollte Rabatte deshalb bereits bei der Preisabfrage einrechnen – ebenso Kundenkarten, Bonuspunkte und individuelle Vorteile. Darf der Assistent das Treuekonto des Kunden nutzen, muss er den tatsächlichen Endpreis nach Abzug aller Rabatte und Punkte erkennen. Dazu braucht er Informationen zu Versandkosten und Lieferoptionen.

Loyalty wird zur Kernaufgabe 

Treueprogramme dürfen nicht nur in der App oder auf der Website funktionieren. Ihre Vorteile müssen auch greifen, wenn ein autorisierter Assistent im Auftrag des Kunden einkauft – etwa als Preisvorteil, wenn ein Agent regelmäßig Tierfutter, Kontaktlinsen oder Pflegeprodukte nachbestellt. Dass digitale Assistenten Preise bereits heute in Kaufprozesse einbeziehen, zeigt Amazon in den USA: Alexa for Shopping meldet sich, wenn eine bevorzugte Marke eine neue Produktlinie vorstellt oder ein Preis sinkt. Kunden können zudem festlegen, bei welchem Preis Alexa sie informiert – oder den Artikel automatisch kauft.

Agent Experience nach dem Kauf 

Mit dem Bezahlen endet die Customer Journey nicht – für Mensch und Maschine. Digitale Assistenten werden Sendungen verfolgen, Lieferverzögerungen melden, Retouren anstoßen oder Servicefälle bearbeiten. Dafür brauchen sie Zugriff auf Bestellstatus, Versandinformationen und Rückgabeprozesse.

Ein Agent wählt einen Anbieter eher erneut, wenn Bestellungen pünktlich eintreffen, Rücksendungen unkompliziert ablaufen und alle Informationen leicht zugänglich sind. Loyalität entsteht damit nicht mehr allein über das Erlebnis des Menschen.

Noch steht Agentic Commerce am Anfang. Wer jetzt die Grundlagen schafft, sorgt dafür, dass seine Marke auch in einer Business-to-Agent-Welt sichtbar und kaufbar bleibt.

Zum Unternehmen

Forte ist eine europäische Digital Consultancy. Rund 350 Expert:innen verbinden Strategie, Experience, Technologie, KI und tiefes Branchenwissen. In hybriden Teams entstehen digitale Produkte, Plattformen und agentische Prozesse mit messbarer Wirkung – von der Idee bis zum stabilen Betrieb.

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Weitere Informationen unter www.fortedigital.com

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