FACC: 150 Millionen Euro in 5 Jahren

Nachfrage und Auftragslage in der Luftfahrtindustrie ziehen wieder an. Millionen werden in Standorte und Forschung investiert. 200 neue Mitarbeiter gesucht.
Autor: Verena Schwarzinger, 03.02.2022 um 11:45 Uhr

Reisen steht wieder hoch im Kurs. Die größten Flugzeughersteller der Welt wie Airbus, Boeing oder Bombardier stocken ihre Flotten wieder auf. Profiteur ist auch der Innviertler Aerospace-Konzern FACC. „Wir konnten allein im vergangenen Jahr neue Verträge über 1 Milliarde Euro abschließen“, berichtet Robert Machtlinger, CEO der FACC AG. Um die Aufträge on time abzuwickeln und Potenziale für die nächsten Jahre zu sichern, werden 150 Millionen Euro investiert. Unter anderem in Standorte, Projekte aber auch in Forschung und Entwicklung.

Bis 2030 will sich die FACC unter den Top 50 Aerospace Konzernen weltweit etablieren, derzeit ist man unter den Top 100. Das Motto: committed to the sky - at all levels.

Forschungen der (nahen) Zukunft

Konsequent wird bereits an der Erforschung neuer Materialien, Antriebe und Leichtbaukomponenten gearbeitet. Composites sind widerstandsfähiger und belastbarer, verfügen über eine lange Lebensdauer und sparen aufgrund des geringen Gewichts Treibstoff und damit CO2. Um Fliegen noch grüner zu machen, setzt FACC in der Forschung auf biologische Stoffe aus der Zuckerrohrindustrie anstatt chemischer Bestandteile. In der Produktion stehen vor allem innovative Fertigungsprozesse und Automatisierungstechnologien im Fokus, um geringere Durchlaufzeiten zu generieren und damit eine Reduktion des Energieverbrauchs und der Fertigungskosten zu schaffen. Die Standorte mit Produktionen werden dafür mit hochautomatisierten Anlagen ausgestattet.

Aufträge in Milliardenhöhe

Seit Jahren produziert der Aviation Konzern Seiten- und Höhenruder für Airbus. In einem neuen Projekt entwickelt FACC nun Leitwerkkomponenten für das A220-Modell. Komponenten aus dem Innviertel werden auch nach Kanada zu Bombardier geliefert. Im Business Jet Sektor produziert FACC eine hoch moderne Kabine für die Bombardier Challenger 3500. Neben dem Luftraum soll auch das All erobert werden. 2021 gewann das Unternehmen den Auftrag des europäischen Raumfahrtprogramms Ariane 6. Im Rahmen des HERA Projekts werden Leichtbaukomponenten in der Weltraumforschung eingesetzt.

200 Arbeitskräfte gesucht

Um sämtliche Aufträge und Bestellungen abarbeiten zu können, aber auch um die neu ausgerichtete Wachstumsstrategie zu fördern braucht das Unternehmen qualifizierte Arbeiter. An allen Standorten in Oberösterreich werden insgesamt 200 Mitarbeiter in der Produktion, im Bereich IT, Digitalisierung, Innovationsmanagement und Automatisierung eingestellt.