Dress for Success

Der erste Eindruck zählt: im Privaten wie im Business. Hier kennen wir CEOs, Geschäftsführer oder Manager im Anzug, die mit Know-how und Expertise erfolgreich sind – und aufgrund ihres Stils und ihres Styles. Denn klar ist: Kleidung ist ein Erfolgsfaktor.
Autor: Verena Schwarzinger, 13.10.2022 um 00:00 Uhr

Was trägt der Businessman von heute? Laut Klaus Hauer, Gründer und Inhaber von Finleys in Linz, eindeutig Anzug, und zwar nach Maß. „Für mich spricht, kleidet und benimmt sich zum Beispiel ein Vorstand oder ein Unternehmer der Position und dem Anlass entsprechend. Daher steht der Anzug für mich im Business an erster Stelle. Allgemein würde ich empfehlen, sich der Position, die man erreichen will, entsprechend zu kleiden. Denn wie es schon heißt: Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance. Auch im Privaten sollte man(n) zu Hemd und Sakko greifen. Mit entsprechender Kleidung ist der Träger einfach erfolgreicher.“ Dabei sollten die Herren weder aussehen wie eine gepresste Leberwurst noch im Anzug untergehen. Ein No- Go sind für den Edel-Herrenausstatter Kurzarmhemden oder kurze Hosen. „Ist es heiß oder arbeitsintensiv, werden die Hemdsärmel hochgekrempelt. Und auch im Urlaub sollten kurze Hosen zum Dinner lieber im Koffer bleiben.“

Etikette seit dem 17. Jahrhundert

Während der vergangenen Jahrhunderte hat sich der Anzug lediglich in kleinen Details verändert. Ununterbrochen gilt er als das zeitlose Gewand. Doch wie konnte sich dieser Style hartnäckig halten, und wie wird dieser auch zukünftig nicht aus der geordneten Männer-Garderobe wegzudenken sein?

Dresscode: nach Maß

Ab den 1930er Jahren wurde der Anzug zum absoluten Herzstück in der Männermode. Was wären Sean Connery, Pierce Brosnan und Daniel Craig als James Bond ohne perfekt sitzenden Anzug? „Jene Stoffe des Edelwebers Scabal – der Ausstatter Hollywoods – sind auch bei Finleys erhältlich. Bei uns kann jeder Mann James Bond werden.“ Abseits von Hollywood setzen aber auch Politiker wie Barack Obama oder der kanadische Premier Ô Justin Trudeau auf feinsten Zwirn. Beim Linzer Herrenausstatter werden Anzüge aus edel gewebten Stoffen hergestellt. „Wir arbeiten mit den besten Webern der Welt zusammen. Die Wolle kommt von Schafen mit Stammbaum oder von der eigenen Baumwollplantage. Mehr als 10.000 Stoffe stehen unseren Kunden zur Wahl“, so Klaus Hauer. Die Anzüge von Finleys sind alles individuelle Unikate. Jeder Anzug und auch jedes Hemd entsprechen einem eigenen Schnitt eines professionellen Schneiders. „So garantieren wir, dass der Anzug perfekt sitzt und weder zu klein noch zu groß von der Stange kommt. Sollten Pressevertreter mit Kameras vor der Tür stehen oder ein plötzliches Vorstandsmeeting anstehen bis hin zum spontanen Dinner – der Anzug sitzt. Die Ärmel zeigen bis zu zwei Zentimeter der Hemdmanschette. Das Revers knickt nicht nach vorne. Beim Knopf darf kein X entstehen. All dies sind Merkmale für einen gut sitzenden Anzug per Handarbeit“, so Hauer.

Männer und ihr Äußeres

Dass Männer großen Wert auf ihr Erscheinungsbild legen, ist bekannt. Neben der Kleidung per se sind auch Passform, Farbe und Schnitt des Anzugs sowie die sich gehörende Knigge unerlässlich. Von Kopf bis Fuß auf Business eingestellt beinhaltet auch den passenden Gürtel, eine Krawatte oder die perfekten Schuhe. Stilbrüche im Startup- Klischee sind für Hauer undenkbar. „Bitte keine weißen T-Shirts mit Cargohose und Sakko oder Converse oder Turnschuhe. Wenn es dann doch ein Stilbruch sein muss, bitte Maßanzüge mit hochwertigen weißen Marken- Sneakern als Statement tragen“, gibt Hauer den Tipp. In der klassischen Herrenmode ist die Wahl des richtigen Schuhs beinahe eine Wissenschaft für sich. Modelle wie der „Derby“ oder der „Oxford“, der „Monk“ mit den zwei Schnallen oder der „Budapester“ mit seinem typischen Löchlein-Muster dürfen beziehungsweise müssen es sein.

Mode kommt, Stil besteht

Ein gemusterter Zweiteiler, Anzüge in Erdtönen, Retro-Charme oder Taillengürtel – auf den Fashionshows von Labels wie Louis Vuitton oder von Virgil Abloh mit seinem Label „Off-White“ sind dies die Herbst-Trends 2022. „Diese Kombinationen, Styles und Muster von den Laufstegen sind kurzfristig. Ich halte mich eher an langfristige Stilregeln. Denn Mode kommt und geht, Stil besteht.“ Das kompetente und geschulte Team steht jedem Mann mit Rat und Tat zur Seite. „Männer achten auf sich. Sie gehen zur Kosmetik und zur Maniküre oder Pediküre. Von Kopf bis Fuß auf Style eingestellt, gipfelt im maßgeschneiderten Anzug“, erzählt Hauer aus dem Daily Business.

Gut auszusehen hat seinen Preis?!

Edle Stoffe in Handarbeit – zum individuellen Maßanzug verarbeitet – kosten. Jedoch sind Maßanzüge inklusive der Komplettierung mit Gürtel, Stecktuch, Krawatte oder Schuhen mit einigen Tipps und Tricks von Experten auch für das „normale“ Budget erschwinglich. Mit ein paar Regeln kann langfristig kosteneffizient eine gute Auswahl an Outfits und Kombinationsmöglichkeiten aufgebaut werden, ist Hauer überzeugt. So ist man stets well-dressed, ohne jährlich den Kasten komplett auszusortieren und laufend investieren zu müssen.

Die Wahrnehmung ist eine andere

Der „Tag des Anzugs“ ist laut Fans einer US-Serie, in der einer der Hauptdarsteller stets feinste Anzüge nach Maß trägt, am 13. Oktober. „Männer in Anzügen werden einfach anders wahrgenommen. Das ist Fakt. Ein gut sitzender Maßanzug strahlt Professionalität aus. Man braucht sich nur zu fragen, wie man sich selbst jemanden in einer gewissen Position vorstellt“, sagt Hauer, der sich Maßanzügen verschrieben hat. Ein Anzug, der auf den eigenen Körper maßgeschneidert ist, verkörpert Seriosität, Ernsthaftigkeit und Modebewusstsein. Und ohne es zu bemerken, bringt die Gesellschaft einem Mann im Anzug mehr Respekt und Vertrauen entgegen, als es in einem anderen Outfit der Fall wäre.