Die besten Innovationen Oberösterreichs: Forschung

 

Platz 1: Sysparency – Um Jahre voraus

Jahre- und jahrzehntelang gewachsene Software-Strukturen sind irgendwann nicht mehr transparent. Die notwendige „menschenunmögliche“ Aufarbeitung schafft das Spin-off in wenigen Sekunden.

Können Sie sich vorstellen, was ein Software-Archäologe ist? Solche sind bei Sysparency, einem Spin-off des SCCH in Hagenberg, zugange. Ihre Aufgabe: Programmiersprachen, die 40   bis 50 Jahre alt sind, zu verstehen. Warum: „Weil viele Kernbanksysteme so alt sind und noch heute die Basis für die komplette Softwarestruktur darstellen“, erzählt Florian Schnitzhofer, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens ReqPool und Wirtschaftspartner von Sysparency.

Sekunden statt Jahre

Gesetzliche Vorgaben wie seitens der EU drängen aber darauf, Software nachvollziehbar zu machen. „Das ist teilweise menschenunmöglich, um die gewachsenen Strukturen und Formeln, die dahinterstehen, transparent zu machen.“ Sysparency kann in wenigen Sekunden das, wofür hoch qualifizierte Teams ­Monate, wenn nicht Jahre benötigen würden. Damit fügt man das Beste beider Welten zu­sammen: „Wir haben die Forschungskompetenz, aber nicht die vertriebliche Power. Gemeinsam können wir Sysparency international ausrollen.“ Künftiger Weltmarktführer Für Schnitzhofer bietet Sysparency die Grundlage vieler Digitalisierungsstrategien: „Wir werden nicht so ­digitalisieren können, wie wir wollen, wenn man die dahinterstehende Software nicht transparent macht. Damit würden wir uns in die Abhängigkeit einiger weniger Programmierer bringen und die gesellschaftliche Akzeptanz würde fehlen, wenn man Software nicht transparent und nachvollziehbar macht.“ Die Software des Spin-offs besteht aus mehr als einer Million Codezeilen. „Das ist so komplex, dass wir mit unserer Technologie um Jahre voraus sind“, so Manz. Genau das nutzen Schnitzhofer und sein Vertriebsteam, um daraus einen künftigen Weltmarktführer zu formen.

 

Robert Machtlinger, CEO FACC AG

 

Platz 2: FACC AG - Senkrechtstarter

Das Jahr 2020 war kein leichtes für FACC. Kein Wunder, der Luftfahrindustrie wurden die Flügel gestutzt und dennoch konnten die Rieder im Krisenjahr einen Durchbruch feiern. Seit einigen Jahren führend in der Flugtaxiforschung – und Dauergast dieser Rubrik –, gelang im Dezember 2020 der Jungfernflug des autonomen Flugtaxis EHang 2016 in „freier Wildbahn“. Schon bald soll die Serienfertigung starten.

 

Stefan Bogner, Geschäftsführer Wacker Neuson Linz GmbH

 

Platz 3: Wacker Neuson - Gerüttelt, nicht geführt

Wacker Neuson präsentierte bereits 2019 die Vibrationsplatte DPU 110r, eine autonome Rüttelplatte für Verdichtungsarbeiten am Bau. Bedient wird ganz bequem per Touchscreen. Die Arbeiten werden gleichzeitig digital dokumentiert. Damit braucht es kein schweißtreibendes und lautes Arbeiten mehr – ein adäquates Mittel gegen den Fachkräfte­mangel, gerade am Bau.

 

Ali Nikrang, Ars Electronica Futurelab

 

Platz 4: Ars Electronica Futurelab – Mozart der KI

In Teheran geboren, kam er mit 18 zum Studium (Musik und Computer Science) nach Österreich. Nikrang befasst sich mit der Interaktion zwischen Menschen und KI-Systemen. In seinem Fokus stehen kreative Anwendungen wie die Verknüpfung von KI mit Musik. Seine Projekte und Forschungsergebnisse sorgten weltweit bei Konferenzen und Ausstellungen für Furore.

 

Markus Past, Geschäftsbereichsleiter Linz AG Telekom

Platz 5: Linz AG – Mit 3G zum 5G

Mit dem 5G Maker-Space der Linz AG Telekom in der Grand Garage – Eintritt mittels 3G-Regel – wird es technikaffinen Menschen ermöglicht, den neuen Datenstandard zu testen und dabei ­innovative Anwendungsbereiche im industriellen Umfeld zu finden. In Rekordzeit von nur zwei Monaten baute man gemeinsam mit Liwest und Huawei Europas erstes 5G-Campus-Mobilnetz auf.

Autor: Jürgen Philipp, 30.08.2021