AMAG: "Coronakrise sehr gut bewältigt"

Eine stark gedrosselte Produktion bei wichtigen Kunden aus der Automobil- und Flugzeugindustrie, ein niedrigerer Aluminiumpreis (-4%) und ein stärkerer Euro gegenüber dem US-Dollar – all das hatte im Covidjahr 2020 Spuren in der Bilanz der AMAG Gruppe hinterlassen. Der Aluminiumhersteller verkaufte um 8 Prozent weniger seiner Produkte. Damit sanken auch Umsatz und Gewinn. Die Umsatzerlöse pendelten sich im Geschäftsjahr 2020 bei 904,2 Millionen Euro ein (2019: 1,066 Mio. Euro); das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) reduzierte sich im Jahresvergleich von 143 auf 108,2 Millionen Euro. Der Gewinn nach Steuern brach um 70 Prozent auf 12 Millionen Euro ein. "Wir sind im positiven Bereich und haben die Cororonakrise insgesamt sehr gut bewältigt", resümiert Gerald Mayer, Vorstandsvorsitzender der AMAG.

Aktuelle Auftragslage ist gut

Trotz der Mengenrückgänge aufgrund der Coronasituation war 2020 für Mayer ein erfolgreiches Jahr: "Wir haben Geld verdient – und das in der Höhe des EBITDAs. Am Ende geht es immer um Liquidität. Die AMAG steht daher heute genauso gut da wie vor Corona, wie vor einem Jahr." Das Absatz-Minus konnte durch Einsparungen bei Sach- und Strukturkosten gut abgefedert werden. Für das aktuelle Jahr ist Mayer vorsichtig optimistisch. "2021 vermittelt ein deutlich besseres Bild, das sehen wir an der aktuellen Auftragslage." Die Kurzarbeit wurde beendet. Für heuer plant der Konzern zusätzlich 100 Leute einzustellen. Insgesamt beschäftigt AMAG 1.900 Mitarbeiter. Eine klare Ergebnisvorschau für das Gesamtjahr könne Mayer aufgrund der aktuellen Unsicherheiten erst nach dem 1. Quartal abgeben.

Die AMAG steht heute genauso gut da wie vor Corona, wie vor einem Jahr.

Weltweit gefragt als "Spezialitätenanbieter"

Die Strategie mit innovativen Spezialprodukten und der Betonung der Nachhaltigkeit wird beibehalten. Im Nachhaltigkeitsranking (ASI-Standard) zählt AMAG zu besten zwei Prozent weltweit. Der Konzern betreibt ein Regenwasser-Management und zählt zu den größten Recycelern Europas. Der Baubeginn der größten Aufdach-Photovoltaikanlage Österreichs auf einer Fläche von 55.000 Quadratmeter startet demnächst. 30 Produkte wurden 2020 vorgestellt und 28 davon konnten bereits Absatzerfolge erzielen. "Die Innovationen von heute sind die Spezialitäten von morgen - und wir sind ein Spezialitätenanbieter", sagt Mayer. Darunter seien Aluminium-Platten mit perfekten Oberflächenqualitäten und geringe Eigenspannungen, was für die Teilefräsung wichtig ist. Im Bereich E-Mobilität werden Aluminiumteile aus Ranshofen für Batteriekühlsysteme verwendet. "Das hat viel Zukunftspotenzial", ist Mayer überzeugt. Ein Großteil dieser Innovationen war nur möglich, weil in den letzten Jahren massiv in Neuanlagen investiert wurde. Die Milliarde für die Erweiterung in den Standort mache sich nun bezahlt. Trotz Krisenjahr wird es übrigens eine Dividende geben. Der Vorstand schlägt eine Gewinnausschüttung von 50 Cent pro Aktie vor.

Autor: Klaus Schobesberger, 02.03.2021