Berger Feinste Confiserie: Eine süße Erfolgsgeschichte
- Die richtige Mischung
- Bewährte Rezeptur, neue Zutaten
- Die nächste Generation
- Das Unternehmen: Von der Garage zur Confiserie
Weiße Socken sind im Hause Berger nicht unbedingt die beste Wahl. „Die Oma hat immer geschimpft, wenn wir die Schokotapser überall am Boden hinterlassen haben, nachdem wir in der Produktion genascht hatten“, erinnert sich Anna Berger mit einem Lächeln im Gesicht. Es ist eine jener Kindheitserinnerungen, die viel über das Aufwachsen der Berger-Sprösslinge erzählen. Der tägliche Schokogenuss gehört für Anna, Franz und ihren 14-jährigen Bruder Paul genauso zum Alltag wie der Ferialjob im Betrieb und die Gespräche über Kollektionen und Firmeninternes. Das ist Lebensrealität, wenn die Eltern einen Betrieb mit 105 Mitarbeitern führen und beide mit vollem Einsatz und Herzblut dabei sind. Umso bemerkenswerter, dass es Christine und Hubert nicht schwer zu fallen scheint, Verantwortung abzugeben. Dass sich im Hause Berger gerade etwas verschiebt, war auch bei unserem Treffen in Lofer spürbar. Die Eltern schauten für den Fototermin kurz vorbei, überließen dann beim Gespräch aber ganz bewusst Anna und Franz das Wort. Gemeinsam erzählen die Geschwister beim Kaffee im hauseigenen „Café Anna“ von den Werten, die ihnen die Eltern mitgegeben haben und die sie bewahren wollen. Und sie erzählen, wie sie selbst ihre Schokospuren hinterlassen wollen.
Unsere Pralinen und Produkte wird man nie im Supermarktregal finden. Zur Berger-DNA gehört das Gespür, aus Schokolade ein Erlebnis zu machen.
Der Onlineshop biete noch erhebliches Potenzial, ebenso die Weiterentwicklung der Genusswelt in Lofer. Und ja, auch weitere Standorte, beispielsweise in Wien, sind durchaus vorstellbar. „Wichtig ist uns aber, Schritt für Schritt zu wachsen. So wie es auch unsere Eltern gemacht haben. Darin liegt mit Sicherheit eines ihrer Geheimrezepte“, reflektiert Anna.
Die richtige Mischung
So wie Christine und Hubert Berger einst ihre unterschiedlichen Stärken bündelten, ergänzt sich auch die nächste Generation. Anna ist, ganz die Mama, der kreative Kopf des Duos und bringt ihr gutes Gespür für Design und Marketing in den Markenauftritt ein. Franz hingegen hat BWL studiert und fühlt sich beim Kalkulieren und Rechnen deutlich wohler als bei der Auswahl von Kollektionsthemen und Designs. Was allerdings beide mitbringen, ist Fachkompetenz in Sachen Schokolade. Anna wurde an der renommierten Pariser Koch- und Konditorschule „Le Cordon Bleu“ ausgebildet. Franz absolvierte nach seinem Studium und mit der Rückkehr in den Familienbetrieb die Ausbildung zum Chocolatier. Als Produktentwickler tüftelt er ständig an neuen Geschmackskombinationen, lässt sich dabei auf Messen von Social Media-Trends und gerne auch von Desserts in Restaurants inspirieren. In den saisonalen Kollektionen probiert er gerne Neues aus, etwa zuletzt Energieriegel mit Dattel und Schokolade. Zu den traditionellen Festen mögen die Kunden – und auch die Bergers – hingegen vertraute Geschmäcker. Da duftet es in der Confiserie nach Vanillekipferl, Lebkuchen oder nach der beliebten Eierlikör-Tafel zu Ostern.
Man sollte einen Betrieb übergeben, wenn die junge Generation top motiviert und leistungsfähig ist. Und das ist in jungen Jahren.
Bewährte Rezeptur, neue Zutaten
Im Grunde spiegelt das Sortiment die Werte der Familie wider. Altbewährtes wird geschätzt und bewahrt, neuer Input findet dennoch Platz. Christine und Hubert haben sich ganz bewusst für einen fließenden Übergang entschieden und die Kinder in die Geschäftsführung geholt, noch bevor Hubert nächstes Jahr seine Pension antritt. Die Verantwortung ist so auf vier Schulterpaare verteilt. Schließlich gibt es beim Führen eines Betriebes eben nicht nur die Schokoseiten. Auch ein Traditionsprodukt wie Schokolade muss sich mit neuen wirtschaftlichen Realitäten auseinandersetzen. Die stark gestiegenen Kakaopreise stellen die Branche vor Herausforderungen und erschweren die Kalkulation. In einer Tafel Berger-Schokolade stecken immerhin rund 40 Kakaobohnen. An der Qualitätsstrategie soll trotz des Kostendrucks nicht gerüttelt werden. Als Confiserie steht Berger für handwerklich gefertigte Produkte, eigene Rezepturen und hochwertige Rohstoffe. Das Unternehmen ist Fairtrade und biozertifiziert. Anfragen von Supermarktketten lehnte man in der Vergangenheit mehrfach bewusst ab. Das würde nicht zur Unternehmensphilosophie passen. „Wir stehen für besonderen Genuss und ein schönes Einkaufserlebnis, bei dem man das Gefühl hat: Hier wird sich Zeit genommen“, so Anna. Und wenn‘s mal stressig wird? Dann hilft ein Stück Schokolade ...
Die nächste Generation
Anna Berger (31), die u.a. in Paris ausgebildet wurde und Digitales Marketing studierte, führt das nach ihr benannte „Café Anna“ in Lofer und ist für den Marken- und Design-auftritt zuständig. Bruder Franz (29) verantwortet Vertrieb, Einkauf sowie Controlling und verbindet in der Produktentwicklung betriebswirtschaftliches Know-how mit seiner Ausbildung zum Chocolatier.
Das Unternehmen: Von der Garage zur Confiserie
Berger Feinste Confiserie wurde 1994 von Christine und Hubert als Zwei-Mann-Betrieb in Lofer gegründet. Während der leidenschaftliche Konditor in einer kleinen Garage die ersten Pralinen herstellte, kümmerte sich seine Frau mit ihrem ausgeprägten Gespür für Dekoration und Geschenksideen um die Inszenierung. Daraus entstand ein Konzept, das bis heute die Handschrift von Berger prägt. 32 Jahre später zählt man zu den wichtigsten Arbeitgebern der Region. In der Manufaktur werden neben dem Standardsortiment pro Jahr sechs saisonale Kollektionen produziert und anschließend in neun Filialen in Salzburg, Tirol und Graz verkauft.