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Astrid Wagner in schwarzem Blazer und weißer Bluse steht vor einem österreichischen Polizeifahrzeug mit der Aufschrift „Polizei“.
Strafverteidigerin Astrid Wagner sieht im Fall der toten Steirerin Johanna G. die Unfallversion ihres Mandanten als plausibel
Strafverteidigerin Astrid Wagner sieht im Fall der toten Steirerin Johanna G. die Unfallversion ihres Mandanten als plausibel
Astrid Wagner / Sabine Hertel; Johanna Schlosser / picturedesk.com

Staranwältin verteidigt Cobra-Polizisten: "War ein Unfall"

16.01.2026 um 15:45, Stefanie Hermann
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Astrid Wagner, Anwältin des Cobra-Polizisten im Fall Johanna G. aus Tillmitsch, hält die Unfallversion ihres Mandanten für plausibel.

Im Fall der getöteten Steirerin Johanna G. (34) aus Tillmitsch hat die Wiener Strafverteidigerin Astrid Wagner erstmals ihren Mandanten, den tatverdächtigen Cobra-Polizisten Manuel M. (30), in der Justizanstalt besucht. Nach dem Gespräch erklärte sie gegenüber der APA, die von ihrem Mandanten geschilderte Unfallversion sei für sie absolut plausibel. Wagner will nun die weiteren Untersuchungsergebnisse abwarten, insbesondere die endgültige Obduktion und die Auswertung des Mobiltelefons des Beschuldigten.

Ermittler halten sich bedeckt

Ein vorläufiges Obduktionsergebnis liegt bereits vor, Details dazu werden jedoch aufgrund der laufenden Ermittlungen nicht veröffentlicht. Die Staatsanwaltschaft Graz zeigt sich weiterhin äußerst zurückhaltend und verweist auf den frühen Stand der Erhebungen. Der verdächtige Cobra-Beamte befindet sich seit Donnerstag wegen Verdunkelungs- und Tatbegehungsgefahr in Untersuchungshaft.

Der Abend des 9. Jänner

Johanna G. war am 9. Jänner nach einem Treffen mit dem Polizisten verschwunden. Ihre Mutter meldete sie am darauffolgenden Tag vermisst. Nach tagelanger Suche gestand der 30-Jährige schließlich, dass die Frau tot sei und er damit in Zusammenhang stehe. Er habe sie jedoch nicht absichtlich getötet, sondern sprach von einem tragischen „Sex-Unfall“. Die Leiche habe er aus Panik in einem Waldstück bei seinem Elternhaus vergraben.

Polizei-Gürtel als Tatwerkzeug

Nach offiziell unbestätigten Angaben wurde Johanna G. mit einem Polizei-Gürtel erwürgt. Laut „Kronen Zeitung“ habe der Beamte den Gürtel um den Hals der Frau gelegt und an der Nackenstütze seines Fahrzeugs befestigt. Zunächst habe nur er gezogen, später auch die Frau. Dadurch sei es zu einem tödlichen Ausgang gekommen.

Anwältin sieht Panikreaktion

„Mein Mandant ist nach dem Unfall in Panik verfallen und hat Unsinn gemacht“, erklärt Astrid Wagner gegenüber „Heute“. Die Tote habe keine Abwehrverletzungen aufgewiesen, was für einen Unfall spreche, so die Staranwältin.

Der 30-Jährige, der sich früher in der TV-Show „Ninja Warrior Austria“ als „Halbgott“ bezeichnete, bestreitet eine vorsätzliche Tötung. Für ihn gilt weiterhin die Unschuldsvermutung.

Offene Fragen

Ob Johanna G. tatsächlich schwanger war, wie es aus ihrem Umfeld heißt, ist bisher nicht bestätigt. Auch über den genauen Tatort und den Ablauf schweigen die Ermittler. Das endgültige Obduktionsergebnis und die Auswertung digitaler Spuren sollen nun Klarheit bringen. Die nächste Haftverhandlung ist in knapp zwei Wochen angesetzt.

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