86 Jobs wackeln: Heimischer Textil-Hersteller ist pleite
Die bekannte Feinjersey Group ist in die Insolvenz geschlittert. Wie der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) am Montag bekannt gab, wurden zeitgleich zwei Konkursverfahren über tragende Säulen der Unternehmensgruppe eröffnet. Die Pleite betrifft insgesamt 86 Dienstnehmer und verdeutlicht die prekäre Lage nach einem massiven Brandunglück vor wenigen Jahren.
Zwei Konkursverfahren am selben Tag
Laut Informationen des AKV wurde über das Vermögen der Feinjersey group GmbH am Landesgericht Feldkirchen ein Konkursverfahren eröffnet. Parallel dazu traf es die feinjersey fabrics GmbH am Landesgericht Feldkirch. Die gesellschaftsrechtliche Verflechtung ist eng: Die Holding führt die Verwaltungsaufgaben aus, während die Fabrics-Tochter seit 1997 hochspezialisierte Stoffe für Bekleidung, Interieur und technische Anwendungen produziert.
Der Brand als Auslöser der Krise
Den Ursprung der wirtschaftlichen Schieflage bildet ein verheerender Großbrand in der Neujahrsnacht 2022. Die Zerstörung der Färbe- und Ausrüstungsanlage bei der Schwestergesellschaft legte den regulären Betrieb über lange Zeit lahm. Trotz Wiederaufbaubemühungen konnten die finanziellen Belastungen und der Einbruch des Bestandgeschäfts nicht mehr kompensiert werden. Die Kombination aus stockenden Abläufen und einer angespannten Marktlage führte nun final zur Insolvenz der Feinjersey Group.
Die Zahlen der Holding (Feinjersey group GmbH)
Bei der Holding sind laut AKV 13 Dienstnehmer beschäftigt. Die finanzielle Situation stellt sich wie folgt dar:
- Passiva: Rund 8.850.000 Euro (davon ca. 8.460.000 Euro Eventualverbindlichkeiten).
- Aktiva: Rund 450.000 Euro.
Die Zahlen der Produktion (feinjersey fabrics GmbH)
Die Produktionsgesellschaft beschäftigt 73 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Hier zeigt die Pleite folgendes Ausmaß:
- Verbindlichkeiten: Rund 5.720.000 Euro.
- Aktiva: Rund 1.300.000 Euro.
Fristen und Ausblick für Gläubiger
Gläubiger haben nun Zeit, ihre Forderungen anzumelden. Der AKV weist darauf hin, dass die Anmeldefrist für beide Verfahren am 23. April 2026 endet. Die entscheidenden Prüfungstagsatzungen sind für den 7. Mai 2026 angesetzt. Ob der Betrieb fortgeführt werden kann oder eine Zerschlagung droht, wird maßgeblich von den Berichten der Insolvenzverwalter abhängen.