A10-Sperre: So will die ASFINAG vorgehen
Inhalt
- Massive Schäden im Einfahrtsbereich
- Weitere Prüfungen zur Statik
- Einspurige Lösung als beste Option
- Arbeiten im Tunnel laufen auf Hochtouren
- Technische Infrastruktur wird erneuert
Drei Tage nach dem schweren Lkw-Brand im Brentenbergtunnel gibt es erstmals vorsichtigen Optimismus für Autofahrer und Anrainergemeinden entlang der A10 Tauern Autobahn. Nach ersten Erkenntnissen der Fachleute bereitet die ASFINAG eine einspurige Verkehrsführung durch den beschädigten Tunnel vor. Diese Lösung gilt derzeit als schnellste und zugleich sicherste Sofortmaßnahme, um die massive Verkehrsbelastung im Süden Salzburgs zumindest teilweise zu entschärfen.
Massive Schäden im Einfahrtsbereich
Die bisherigen Untersuchungen zeigen das enorme Ausmaß der Zerstörung. Auf den ersten rund 120 Metern des Tunnels wurden sämtliche Sicherheitseinrichtungen durch die enorme Hitzeentwicklung des Brandes zerstört. Auch das Tunnelgewölbe sowie der Einfahrtsbereich der Galerie wurden in Mitleidenschaft gezogen.
Ein positiver Aspekt: Nach aktuellem Stand hat die Fahrbahn selbst den Brand ohne größere Schäden überstanden. Dies erleichtert die Planungen für eine provisorische Wiederaufnahme des Verkehrs erheblich.
Weitere Prüfungen zur Statik
In den kommenden Tagen werden jedoch noch vertiefende Untersuchungen durchgeführt. Mittels Bohrkernanalysen soll die statische Beschaffenheit des Tunnelgewölbes genau überprüft werden. Ziel ist es, mögliche Restrisiken auszuschließen und höchste Sicherheit für Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten.
Erst nach Abschluss dieser Untersuchungen kann endgültig festgelegt werden, wann die einspurige Verkehrsführung tatsächlich umgesetzt wird. Zusätzlich erschweren derzeitige Temperatur- und Witterungsverhältnisse die Arbeiten.
Einspurige Lösung als beste Option
Aus Sicht der ASFINAG ist die geplante einspurige Verkehrsführung die mit Abstand beste Übergangslösung. Alternativen wie ein klassischer Gegenverkehrsbereich wurden geprüft, jedoch verworfen. Diese Variante würde deutlich mehr Zeit in Anspruch nehmen, die Kapazität beider Fahrtrichtungen massiv reduzieren und bei starkem Verkehrsaufkommen unweigerlich zu Blockabfertigungen führen.
Zudem wäre der Winterdienst bei einer Gegenverkehrsführung kaum effizient zu bewältigen. Die einspurige Lösung erlaubt hingegen eine gezielte Verkehrslenkung bei möglichst geringem Platzbedarf.
Arbeiten im Tunnel laufen auf Hochtouren
Im Tunnel selbst laufen die Arbeiten bereits intensiv. Zunächst wurde mit der Reinigung des stark verrußten Tunnelbereichs begonnen. Parallel dazu erfolgt die Entleerung der Gewässerschutzanlage.
In den kommenden Tagen steht ein zentraler Schritt an: Im Bereich der Galerie sollen vier Stahlträger, jeweils rund elf Meter lang, eingebaut werden. Diese dienen der statischen Absicherung der Galeriedecke und sind Voraussetzung für die sichere Wiederfreigabe eines Fahrstreifens.
Technische Infrastruktur wird erneuert
Zusätzlich werden sämtliche notwendigen Arbeiten zur Wiederherstellung der Beleuchtung, Verkabelung und weiterer Sicherheitseinrichtungen durchgeführt. Auch Markierungsarbeiten sowie die Errichtung von Absperrungen sind Teil des Maßnahmenpakets.
Die ASFINAG hat nach eigenen Angaben sämtliche Ressourcen mobilisiert, Fachfirmen und Experten gebündelt und arbeitet mit Hochdruck daran, die provisorische Verkehrslösung so rasch wie möglich umzusetzen, ohne dabei Kompromisse bei der Sicherheit einzugehen.