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Löscharbeiten im Brentenbergtunnel.
Der Brentenbergtunnel bleibt nach einem Lkw-Brand gesperrt.
Der Brentenbergtunnel bleibt nach einem Lkw-Brand gesperrt.
APA/FEUERWEHREN BEZIRK PONGAU

Nach Lkw-Brand: So lange bleibt die A10 gesperrt

12.01.2026 um 09:38, Yunus Emre Kurt
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Nach dem Lkw-Brand im Brentenbergtunnel droht dem Süden Salzburgs neues Stauchaos. Die Sperre belastet erneut Pendler und Gemeinden.

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Kaum haben sich Pendler, Urlauber und Gemeinden von den monatelangen Sanierungsarbeiten auf der A10 Tauern Autobahn erholt, droht bereits die nächste massive Verkehrsbelastung. Ein schwerer Lkw-Brand im Brentenbergtunnel könnte den Süden Salzburgs erneut in ein langanhaltendes Stauchaos stürzen, mit weitreichenden Folgen für den gesamten Pongau und Tennengau.

Seit Freitagabend ist klar: Die Tunnelröhre in Fahrtrichtung Salzburg bleibt bis auf Weiteres gesperrt. Eine erste Schadensanalyse ergab, dass der betroffene Abschnitt derzeit nicht sicher befahrbar ist. Die Umleitung über Bischofshofen und Pfarrwerfen bleibt daher weiterhin aufrecht.

Brand richtet massive Schäden an

Der Unfall ereignete sich am Freitag gegen 18 Uhr, als ein Lkw kurz vor dem Portal des Brentenbergtunnels gegen einen Anpralldämpfer prallte und in Brand geriet. Das Fahrzeug brannte vollständig aus. Die enorme Hitzeentwicklung verursachte schwere Schäden im Einfahrtsbereich der Galerie sowie in den ersten rund 100 Metern des Tunnels.

Nach Angaben der ASFINAG wurden zahlreiche sicherheitsrelevante Einrichtungen beschädigt. Betroffen sind unter anderem die Beleuchtung, Funk- und Brandmeldekabel, weitere technische Sicherheitssysteme sowie die Fahrbahn selbst. Zusätzlich kam es zu erheblichen Betonabplatzungen an Wänden und Decke des Tunnels.

Statik wird geprüft

Derzeit sind Fachleute vor Ort im Einsatz, um das gesamte Schadensausmaß zu beurteilen. Parallel dazu laufen Untersuchungen, ob auch die Statik der Tunneldecke beeinträchtigt wurde. Erst nach Abschluss dieser Prüfungen kann entschieden werden, welche Sanierungsmaßnahmen notwendig sind und wie lange die Sperre tatsächlich andauern wird.

Eine Wiederöffnung in den kommenden Tagen gilt als unwahrscheinlich. Vielmehr steht die Region vor der Gefahr, erneut wochenlang mit Verkehrsbehinderungen leben zu müssen.

Sicherheitssysteme verhinderten Schlimmeres

Trotz der dramatischen Bilder verlief der Unfall vergleichsweise glimpflich. Der Lkw-Lenker wurde nur leicht verletzt. Laut ASFINAG ist dies auch den im Vorjahr umgesetzten Sicherheitsupgrades im Brentenbergtunnel zu verdanken. Die Löschwasserversorgung funktionierte reibungslos, technische Systeme und Anpralldämpfer verhinderten eine noch größere Katastrophe.

Gemeinden erneut stark betroffen

Für die Anrainergemeinden bedeutet die Sperre dennoch eine enorme Zusatzbelastung. Der Ausweichverkehr führt über Bundes- und Landesstraßen durch Orte, die bereits während der A10-Sanierung massiv unter Lärm, Abgasen und Dauerstau gelitten haben.

Wie angespannt die Lage schon jetzt ist, zeigte sich bereits am Wochenende. In Fahrtrichtung Norden kam es auf der A10 zu Staus von bis zu drei Stunden. Kilometerlange Blechlawinen und überlastete Umleitungsstrecken prägten das Bild.

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