Millionen-Schulden: Traditionsbahn bedroht
Die Abtenauer Bergbahnen Gesellschaft m.b.H. befindet sich in einer schweren Krise. Wie der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) berichtet wurde über das Vermögen des traditionsreichen Unternehmens, das die Karkogelbahn betreibt, beim Landesgericht Salzburg ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet. Für die Tourismusregion stellt diese Pleite einen erheblichen Einschnitt dar. Das 1962 gegründete Unternehmen beschäftigt derzeit 15 Mitarbeiter, deren Zukunft nun vom Sanierungsplan abhängt.
Verfahrenseröffnung am Landesgericht Salzburg
Das Gericht hat am Donnerstag das Insolvenzverfahren offiziell eröffnet und Mag. Markus Stranimaier zum Masseverwalter bestellt. Gläubiger können ihre Forderungen im Zuge der Abtenauer Bergbahnen-Insolvenz bis zum 6. Mai 2026 anmelden. Die entscheidende Tagsatzung findet am 20. Mai 2026 statt. Trotz der finanziellen Schieflage soll der laufende Betrieb der Karkogelbahn vorerst vollständig ausgelastet bleiben, da das Unternehmen eine Entschuldung über einen Sanierungsplan anstrebt.
Gründe für die Abtenauer Bergbahnen Insolvenz
Im Insolvenzantrag werden primär rückläufige Besucherzahlen und wetterbedingte Umsatzeinbußen als Ursachen angeführt. Den ausschlaggebenden Faktor für die Pleite bildeten jedoch massive Verzögerungen und unerwartete Kostensteigerungen beim Bau eines notwendigen Speicherteichs. Diese baulichen Probleme führten zu Einschränkungen im Winterbetrieb und verursachten einen Liquiditätsengpass, der die finanzielle Lage der Bergbahnen in Abtenau drastisch verschärfte.
Schulden und Vermögenslage im Detail
Die aktuelle Gläubigerliste weist 43 betroffene Parteien auf. Die Gesamtverbindlichkeiten belaufen sich auf rund 4,29 Millionen Euro, wovon 2,56 Millionen Euro auf Banken und 1,36 Millionen Euro auf Lieferanten entfallen. Dem gegenüber steht ein Liquidationswert des Vermögens von lediglich etwa 755.000 Euro. Aktuell wird versucht, den Geschäftsbetrieb durch laufende Erlöse zu finanzieren, um eine sofortige Schließung nach der Insolvenz zu verhindern.
Sanierungsplan: Zukunft der Karkogelbahn nach der Pleite
Das Ziel der Gesellschafter – darunter die Marktgemeinde und der Tourismusverband Abtenau – ist die Fortführung des Betriebs. Der Sanierungsplan sieht eine Quote von 20 Prozent vor, die innerhalb von 24 Monaten an die Gläubiger gezahlt werden soll. Die Finanzierung dieser Quote soll aus künftigen Betriebserträgen, dem Verkauf von nicht betriebsnotwendigem Vermögen sowie möglicher Unterstützung durch Dritte sichergestellt werden. Ob die Abtenauer Bergbahnen nach dieser Pleite langfristig bestehen können, wird sich im Mai 2026 entscheiden.