Was hat es mit Jürgen Werners LASK-Rücktritt auf sich?

Der Rücktritt von LASK-Vizepräsident Jürgen Werner ist der vorläufige Höhepunkt der turbulenten Tage, welche der Linzer Bundesligist durchlebt. Der 59-Jährige, der seit sieben Jahren für den LASK arbeitet, zieht damit die Konsequenzen aus den zunehmend untergriffigen verbalen Angriffen und Drohungen auf seine Person und seine Familie, wie er erklärte.

Ermittlungsverfahren

Diese waren aufgekommen, nachdem bekannt geworden war, dass Bundesliga-Gremien (und nicht, wie ein großes Boulevard-Blatt offenkundig ohne Basis behauptet hatte, auch die FIFA) Ermittlungen aufgenommen haben - die Vorwürfe lauten, dass Werner statutenwidrig Transferrechte an Spielern besitzt, die er in seiner Rolle als Manager transferiert hat.

Der LASK rechnet damit, dass das Verfahren rasch eingestellt wird, sobald Unklarheiten bezüglich der den Ermittlern vorgelegten Dokumente ausgeräumt sind. Aber was den Imageschaden betrifft, ist die Milch ohnehin schon ausgeschüttet. Wer den LASK angeschwärzt und die Ermittlungen losgetreten hat, ist nicht offiziell bekannt - viele Kandidaten gibt es aber ohnehin nicht.

Das Bittere: War man letztes Jahr am Skandal noch selbst schuld, als man während des Corona-Lockdowns unerlaubte Trainingseinheiten abhielt und sich dabei erwischen ließ, fühlt man sich beim LASK nun unverschuldet in die Defensive gedrängt. Und irgendwas bleibt bei den Menschen immer im Gedächtnis hängen, heißt es.

Enttäuschendes Saison-Finish

Bei den Fans sorgt der Rücktritt - den Werner ausdrücklich nicht als Schuldeingeständnis verstanden haben will - für zusätzliche Verunsicherung. Schließlich war nach starkem Saisonstart die Schlussphase der gerade zu Ende gegangenen Saison eine bittere Enttäuschung. Statt des zweiten Platzes, den man angepeilt hat und der auch absolut möglich war, gab es nur zwei Siege aus den letzten elf Bundesliga-Spielen und man musste froh sein, zumindest noch Platz vier über die Ziellinie gerettet zu haben. Der mit großen Erwartungen vor einem Jahr verpflichtete Trainer Dominik Thalhammer ist, zumindest bei den LASK-Anhängern, angezählt.

Dass der Klub in der kommenden Saison erneut den zweiten Platz hinter den praktisch unbesiegbaren Salzburgern anstrebt, ist sicher. Das gilt auch ohne Jürgen Werner als Vizepräsident. Ob Werner in beratender Funktion weiter für den LASK arbeitet - so wie bis 2019, eher er die Anteile an seiner Spielervermittlungs-Agentur verkauft und das Klub-Amt angenommen hat - wird sich zeigen.

Seine Hilfe hat er dem Klub jedenfalls bereits angeboten.

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Autor: Philipp Eitzinger, 28.05.2021