Waldschädling durch „Contact Tracing“ besiegt

Trockenheit, Stürme, Klimawandel all das setzt unserer grünen Lunge zu. Und dann wären noch aggressive Schädlinge wie der Asiatische Laubholzbockkäfer. 2001 wurde der Käfer das erste Mal in unserem Bundesland gesichtet. Ins Land kam er vermutlich über unzureichend behandeltes Verpackungsmaterial. Obwohl er ursprünglich aus den heißen Klimazonen Südostasiens stammt, hat er sich auch im dagegen relativ kalten Oberösterreich schnell eingelebt. Er ist dabei kein Kostverächter und befällt alle heimischen Bäume, die ihm in die Quere kommen, sogar gesunde Bäume können die Käfer vollständig zerstören. Zuletzt bedrohte der Käfer Bäume mit hohem kulturellem und ökologischen Wert, rund um das barocke Wasserschloss im Luftkurort Gallspach. Knapp 100 Bäume im Umkreis des Schlosses wurde vorsorglich gefällt um die Komplettgefährdung zu verhindern.

Mit High-Tech gegen den Käfer

Um weitere drohende Massenfällungen zu verhindern, wurde der Schweizer Baumwissenschaftler Matthias Brunner von der Eidgenössischen Technischen Hochschule ins Boote geholt. Brunner hat sich einen Namen bei der Schädlingsbekämpfung gemacht und erfolgreich Bauminjektionen etabliert. So wurde in Oberösterreich auf die systematische Erfassung und Kontrolle des Schädlings gesetzt. In einer Datenbank und einem für die Bevölkerung zugänglichen GIS-basierten Zugang – also einer Art Contact Tracing für Waldschädlinge – wurden die „Cluster“ entdeckt und konnten gezielt bekämpft werden. Zwischen 2014 und 2020 fanden rund 27.000 Baumkontrollen statt. Befalle Bäume konnten gezielt gefällt werden und die Ausbreitung weiterer Laubbockholzkäfer verhindert werden. Mittlerweile gilt der Schädling offiziell als ausgerottet: „Österreich ist Laubholzbockkäferfrei!“.

 

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Autor: Jürgen Philipp, 16.02.2021