Pflege im Fokus: Hilfswerk tourt durch Oberösterreich

Das gesellschaftliche Tabu-Thema Inkontinenz, die Herausforderung Demenz und der massive Anstieg an Pflege-Bedarf in den nächsten Jahren: All das rückt das OÖ Hilfswerk bei seiner diesjährigen Family-Tour im September in den Mittelpunkt.
Autor: Conny Engl, 01.09.2021 um 14:36 Uhr

Den ganzen September lang informiert das OÖ Hilfswerk on Tour über Gesundheit und Älterwerden, Pflege und Betreuung oder Vorsorge und Finanzen. Auch Informationen zur Erziehung und Kinderbetreuung sind im Gepäck. Für die Kleinen ist mit Spielen und Bastelecke für Unterhaltung gesorgt.

Gratis Gesundheits-Check

Besucher können die Gelegenheit nutzen, sich vor Ort zum Beispiel den Blutdruck messen zu lassen. Auch der ein oder andere kostenlose Gesundheits-Check kann vor Ort durchgeführt werden.

Schwerpunkt Inkontinenz

Jedes Jahr setzt das OÖ Hilfswerk einen Tour-Schwerpunkt: Heuer will man aufzeigen, dass Lebensqualität und Inkontinenz kein Widerspruch sein müssen. Schätzungsweise jeder neunte Österreicher leidet unter Inkontinenz – genaue Zahlen fehlen, auch weil es immer noch ein großes Tabu-Thema ist.

Pflegebedarf steigt

"Eine der größten Herausforderungen der heutigen Generation ist die quantitative und qualitative Absicherung der Pflege", betont der Obmann des OÖ Hilfswerks, Wolfgang Hattmannsdorfer. Laut Bevölkerungprognose Oö. Landesstatistik wird hierzulande die Anzahl der Über-65-Jährigen bis 2040 auf 436.000 massiv steigen. Entsprechend stark nimmt der Pflegebedarf zu: Aktuell sind 86.250 Oberösterreicher pflegebedürftig, im Jahr 2040 werden es knapp 126.000 Personen sein. "Umso wichtiger ist es, dass in die angekündigte Pflegereform auf Bundesebene nun rasch Bewegung kommt", fordert Hattmannsdorfer. Punkto Reform hat das Hilfwerk fünf zentrale Forderungen:

  1. Bedarfsgerechter Ausbau von Mobilen Diensten und Co., damit pfelgende Angehörige entlastet werden.
  2. Pflege-Daheim-bonus in Form einer Aufzahlung auf das Pflegegeld.
  3. Neue Zugänge zu Einstieg und Umstieg in den Pflegeberuf.
  4. Alltagserleichterung für Pflegekräfte durch Entbürokratisierung der Pflegedokumentation und Investition in die Digitalisierung.
  5. Ein Finanzierungsmodell zur Absicherung für die Zukunft.

Herausforderung Demenz

Ein Anstieg ist auch bei der Zahl an Demenzerkrankungen zu erwarten. Während im Jahr 2015 noch rund 21.000 Oberösterreicher an Demenz litten, werden es bis zum Jahr 2050 rund 48.000 Personen sein. Die Betreuung und Pflege schwer erkrankter Personen ist besonders herausfordernd – in finanzieller, organisatorischer und emotionaler Hinsicht, sowohl für Betroffene und Familien, als auch für die Gesellschaft insgesamt. Das OÖ Hilfswerk setzt sich unter anderem für den Aufbau dezentraler Betreuungsmöglichkeiten, als auch für die Höherbewertung einer Demenzerkrankung bei der Pflegegeldeinstufung ein.

Die "Family-Tour"-Stopps:

FR, 3. September, 13 bis 17 Uhr: 4050 Traun, Wochenmarkt
SA, 4. September, 8 bis 12 Uhr: 4150 Rohrbach, Wochenmarkt
MI, 8. September, ab 7 Uhr: 4600 Wels, Wochenmarkt
DO, 9. September, 8 bis 12 Uhr: 4780 Schärding, Stadtplatz
FR, 10. September, 8 bis 12 Uhr: 4070 Eferding, vor Christophorus Apotheke
SA, 11. September, 9 bis 12 Uhr: 4560 Kirchdorf, Rathausplatz
SO, 12. September, 9 bis 14 Uhr: 4141 Oberneukirchen, Marktplatz
DI, 14. September, 8:30 bis 11:30 Uhr: 4910 Ried im Innkreis, Hauptplatz Wochenmarkt
MI, 15. September, 8 bis 12 Uhr: 4840 Vöcklabruck, Stadtplatz
DO, 16. September, 13 bis 17 Uhr: 4100 Ottenheim, Kirchenplatz
FR, 17. September, 12 bis 17 Uhr: 4320 Perg, Wochenmarkt
SA, 18. September, 8 bis 12 Uhr: 4240 Freistadt, Stadtplatz
DI, 21. September, 8:30 bis 12 Uhr: 4810 Gmunden, Rathausplatz, Wochenmarkt