Ministerin mit dicker Haut

Es gibt Themen, die in unserem Land einfach nicht mehr unvoreingenommen und schon gar nicht unaufgeregt abgehandelt werden können. Ein simples Beispiel für diese bedenklichen Defizite im Diskussionsverhalten ist die Islamkarte von Integrationsministerin Susanne Raab. Es gehört nachträglich betrachtet schon ein gewisser Mut dazu, diese im Auftreten gegen Parallelgesellschaften wichtige Auflistung auch zu veröffentlichen. Und eine dicke Haut.

Die Reaktionen auf solche Aktivitäten sind ja bekannt stereotyp und so vorhersehbar, wie das Amen im Gebet: Skandalisierungsgewinsle und Herumgedresche mit der Islamophopie-Keule von den üblichen Verdächtigen aus dem links-grünen Lager. Morddrohungen von Irrläufern aus dem Dunstkreis des politischen Islams. Klagsandrohungen und Gejammere von Muslimen aus dem religiösen Kreis, die sich stigmatisiert fühlen. Und – selbstredend  – der entbehrliche Rüffel aus dem EU-Eck. Von einem Europaratsbeauftragten, der die Zurückziehung „der „muslimfeindlichen und kontraproduktiven“ Karte fordert. Bitte: Versetzt diesen Mann einfach in ein französisches oder belgisches Orientalen-Getto. Damit er täglich sieht, was passiert, wenn Sozialfantastereien, Pseudo-Gutmenschentum und politische Realitätsverweigerung Parallelgesellschaften Vorschub leisten. Und erkennt, was niemand in unserem Land haben will.

Autor: Gerhard Gall, 07.06.2021