MAN-Werk Steyr: Holpriger Start führt zu Kritik

Der Neo-Eigentümer des MAN-Werk in Steyr, Siegfried Wolf, hat zwar, zusammen mit dem Land viel vor. Der Start ist jedoch mehr als holprig, denn das Werk steht mindestens eine Woche still. Grund ist der weltweite Mangel an Halbleitern.
Autor: Lukas Steinberger-Weiß, 02.09.2021 um 15:29 Uhr

Die gemeinsame Pressekonferenz von Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner, Landeshauptmann Thomas Stelzer und MAN-Werk Eigentümer Siegfried Wolf hätte eigentlich zur Ankündigung eines neuen Clusters für die "Mobilität der Zukunft" genutzt werden sollen. Und dieser soll auch kommen.

Thema war aber der Stillstand des Werkes, kurz nach der Übernahme durch Wolf. Dieser ist bedingt durch die weltweite Halbleiterkrise. Das MAN-Werk in Steyr steht somit vor einer paradoxen Situation. Die Auftragsbücher sind voll, aber das Werk steht trotzdem mindestens eine Woche still und danach ist Kurzarbeit angemeldet, Wolf hofft bis maximal Ende September. Es fehlt schlicht an Material. Im Hof stehen halbfertige Fahrzeuge, die nicht zusammengebaut werden können. In der Pressekonferenz wurde jedoch betont, dass man an Lösungen arbeite und gleichzeitig wurde ein Appell an die EU gerichtet hier zusammen für mehr Rohstoffe zu kämpfen.

Obwohl man für die weltweite Knappheit an Chips nichts kann (auch das BMW-Werk in Steyr hat 800 Mitarbeiter zur Kurzarbeit anmelden müssen), kommt Kritik von anderen politischen Parteien:

SPÖ-Landeschefin Birgit Gerstorfer twitterte bereits gestern:

FPÖ schießt scharf im Wahlkampf

Harsche Kritik an der Situation kommt auch vom Koalitionspartner FPÖ. Manfred Haimbuchner in einer Presseaussendung: „Der holprige Start der Steyr Automotive ist nicht nur das Resultat von Angebotsengpässen bei Halbleitern auf dem Weltmarkt, sondern auch die Folge einer Standortpolitik der Bundesregierung, die mit wenig Weitblick und dafür mit Scheuklappen agiert. Man hat das Gefühl, die türkise Partie rund um Bundeskanzler Sebastian Kurz und Bundeswirtschaftsministerin Margarete Schramböck wollte vor der Wahl einfach irgendeine Lösung präsentieren, darum die schnellstmögliche. Alternativangebote und -konzepte, die auf dem Tisch lagen, wurden dabei nicht einmal angedacht und die von uns aufgezeigten, möglicherweise problematischen Verbindungen zu russischen Oligarchen wurden ignoriert, ebenso wie ein Gutachten der Universität Linz. Vielleicht geht das alles gut, vielleicht aber auch nicht. Fest steht: So geht seriöse strategisch-politische Standortentwicklung einfach nicht.“

Weiters ortet der oberösterreichische FPÖ-Landeschef ein wie er sagt Lockdown-Frühwarnsystem: . „Das wäre nichts Neues, denn vorherige Lockdowns wurden seitens der Bundesregierung ja quasi über das Reservierungssystem von Martin-Ho-Restaurants angekündigt“