Kultfaktor Stein - Interview mit einem Experten

weekend: Ihre Küchenarbeitsplatten aus Naturstein boomen. Was macht sie so begehrt? 

Johannes Artmayr: Man holt sich ein 300 Millionen Jahre altes Produkt ins Haus, in die Wohnung, in die Küche. Stein erzählt Geschichten. Stellen Sie sich vor, Sie sehen irgendwo das bildhauerische Meisterwerk „David“ abgebildet, das Michelangelo zwischen 1501 und 1504 geschaffen hat. Genau aus dem Steinbruch in Carrara, aus dem das berühmte Kunstwerk kommt,  können Sie Ihre Küchenarbeitsplatte haben. Wir leben in einer Zeit, in der die Menschen Geschichten haben wollen, und ich traue mich zu sagen, dass es kein geschichtsträchtigeres Material als Naturstein gibt.  

weekend: Hat die Krise in Ihrem Unternehmen Schäden angerichtet? 

Johannes Artmayr: Im Frühling des Vorjahres, als die ganze Welt in Schockstarre verfallen ist, hatten wir eine Phase der Kurzarbeit, weil der Küchenfachhandel ja zu war. Das ging sehr schnell vorüber, weil die im Handel eingegangen Aufträge weitergeleitet und von uns abgearbeitet wurden. Im zweiten Halbjahr ist alles aufgeholt worden, und wir sind im Umsatz sogar leicht gewachsen. Zudem hat die permanente Schließung der Gastronomie den privaten Küchenbereich natürlich befeuert.  

weekend: Welche Investitionen stehen bei Ihnen in den nächsten Jahren an? 

Johannes Artmayr: Wir arbeiten im Dreischichtbetrieb und stoßen an die Grenzen. Deshalb wollen wir die Produktion entsprechend ausbauen. In den nächsten zwei bis drei Jahren werden wir rund 23 Millionen Euro investieren. 

weekend: Zu Ihren Ausbauplänen gehört auch das „Stoneum“. Was verbirgt sich dahinter?

Johannes Artmayr: Eine Erlebnis- und Schauwelt, welche die Faszination und Schönheit von Naturstein auf eine  nie dagewesene Bühne bringt. Wir wollen mit diesem weltweit einzigartigen  Kompetenzzentrum  für Naturstein nicht nur im architektonischen, sondern auch im Eventbereich völlig neue Maßstäbe setzen. 

Autor: Gerhard Gall, 12.05.2021