Businesstalk: Mit Mut voran

Weekend: Die Corona-Krise hat gerade das Friseur-Gewerbe hart getroffen. Wie hat KLIPP diese dramatischen elf Monate durchtaucht?

Gottfried Kraft: Die letzten Monate waren geprägt von der Sicherung unserer Liquidität, der Sicherung der Arbeitsplätze bis hin zur Anpassung der Kostenstruktur und der Ergebnissicherung, soweit wie möglich. In weiterer Folge haben wir uns dann laufend und oftmals sehr kurzfristig an die unterschiedlichen Vorgaben angepasst. Aus dem ersten Schock wurde ein engagiertes Umgehen mit der aktuellen Situation und auch das Pläne schmieden und neue Chancen nutzen wurde immer wichtiger. In der gesamten Zeit war und ist uns darüber hinaus eine sehr offene Kommunikation mit unseren Mitarbeitern wichtig.

weekend: Welche Auswirkungen werden die vergangenen Monate heuer auf Ihr Unternehmen und die Branche haben?

Gottfried Kraft: Abgesehen von einem Ansturm auf unsere Salons Anfang Mai und in den Wochen vor dem 3. Lockdown, hat sich das Geschäft leider sehr zurückhaltend entwickelt. Die Frage, die wir uns alle stellen: Hat sich das Kundenverhalten bereits nachhaltig verändert oder werden wir mit der Rückkehr des normalen sozialen Lebens wieder die alte Bühne betreten? Hier müssen wir noch viele Antworten finden und es werden sich ganz sicher neue Chancen auftun. Wir hatten vor der Krise eine sehr gute Kapitalausstattung, die uns sehr geholfen hat. Trotz der wirkungsvollen Unterstützung durch den Staat, hat diese natürlich sehr gelitten.

weekend: Wie werden Sie in Ihrer Belegschaft mit der Impfthematik umgehen?

Gottfried Kraft: Wir wollen alle so schnell wie möglich raus aus dieser schlimmen Situation. Abseits der Impfung sehe ich im Moment keine wirkliche Alternative.  Neben der Sicherung des Arbeitsplatzes haben wir unseren Teams gegenüber zwei zentrale Verpflichtungen, nämlich die Gesundheit zu schützen und die Ängste ernst zu nehmen. Zwang und Drohungen helfen dabei nicht. Wir setzen auf Aufklärung, Gespräche, Information und Vorbildfunktion durch das eigene Verhalten.  Wir werden alles tun, um die Gesundheit unserer Mitarbeiter und Kunden bestmöglich zu schützen und uns dabei an alle Gesetze und Vorgaben halten. Ich hoffe, die Regierung unterstützt uns beim Schaffen bestmöglicher und realitätsnaher Rahmenbedingungen, leider sieht es im Moment nicht danach aus.

weekend: Wie werden Sie es persönlich halten?

Gottfried Kraft: Ich persönlich werde mich schnellstmöglich impfen lassen.  Ich kann aber ein „Ich habe Angst davor“ verstehen - hier gilt es - und das ist die Aufgabe des Gesetzgebers und der Interessenvertretung - Alternativen aufzuzeigen, zum Beispiel das verpflichtende Tragen von FFP2-Masken. Es darf auf keinen Fall zu einem Berufsverbot kommen.

Zur Person

Mag. Gottfried Kraft ist seit 2017 Geschäftsführer von KLIPP Frisör. Er hat BWL studiert und kann unter anderem auf Managementfunktionen und Auslandsverpflichtungen bei McDonalds zurückblicken.

Autor: Gerhard Gall, 08.02.2021