Gelber Sack: Sammeldesaster

Die Linzerin Sonja F. lädt ihren Frust bei Weekend ab:  „Früher konnte ich den Plastikmüll sofort zur benachbarten Sammelinsel bringen. Jetzt muss ich ihn im gelben Sack aufheben, der  erst nach Wochen abgeholt wird. Man kann sich vorstellen, wie  Fleisch- und Fischverpackungen stinken. Es ist unzumutbar, ein echter Rückschritt.“ 

Auslöser EU. Sonja F. steht stellvertretend für die Besitzer von Ein- oder Zweifamilienhäusern, denen der gelbe Sack aufs Auge gedrückt wurde. Auslöser ist eine Rüge durch die EU, die unsere Recyclingquote bei Kunststoff-Leichtverpackungen als Desaster erachtet. Die Antwort der verantwortlichen Politiker ist ein fragwürdiges System,  bei dem die Verantwortung kurzerhand an die Bürger zurückgespielt wird.  Und sie zahlen auch die Zeche dafür, dass ein Teil  der Bevölkerung unfähig oder unwillig ist, Müll richtig zu trennen. „In den Sammelinseln wurden Dinge entsorgt, die dort nichts zu suchen haben, was einen Aufwand mit sich brachte, der jetzt wegfällt“, heißt es bei LinzAG und Oö. Landesabfallverband. 

Beschwerdeflut. Während der Verantwortliche Vizebürgermeister Bernhard Baier (ÖVP) ein Verfechter des Modells ist, spart FPÖ-Vbgm. Markus Hein nicht mit Kritik: „Unter dem Motto ‚Säcke statt Hecke‘ stapeln sich die gelben Müllsäcke entlang von Häusersiedlungen. Zahlreiche Bürgerbeschwerden gehen bei uns ein. Wir verstehen diesen Ärger der Bevölkerung und fordern die Rückkehr des alten und bewährten Systems!“

Autor: Lukas Steinberger-Weiß, 22.03.2021