Business-Talk: Julia Speiser von Entholzer Fenster

Die Welserin hat im Vorjahr in vierter Generation die Führung von Entholzer Fenster und Türen übernommen und will den Betrieb mit einem Mix aus Innovation und Tradition fit für die nächsten 100 Jahre machen.
Autor: Gerhard Gall, 26.04.2021 um 14:28 Uhr

weekend: Sie haben im Vorjahr in vierter Generation die Führung von Entholzer übernommen. Gleichzeitig wurde das 100. Bestandsjahr gefeiert. Wie werden Sie dieses traditionsreiche Unternehmen  ausrichten und zukunftsfit machen?

Julia Speiser: Unser Motto ist „Wir ehren das Alte und begrüßen das Neue.“ Wir setzen auf qualitatives Wachstum anstatt auf reines Umsatzwachstum und arbeiten intensiv daran, die Verbindung aus Tradition und Innovation zu schaffen. Daher freuen wir uns, dass die Digitalisierung auch bei uns immer mehr voranschreitet. 

weekend: Welche Investitionen werden in den nächsten fünf Jahren getätigt? 

Julia Speiser: Wir investieren dieses Jahr in neue Produktionsmaschinen, um den Output zu erhöhen und die hohe Nachfrage noch besser bedienen zu können. Unser Hauptaugenmerk legen wir darauf, unsere Produktionsmannschaft qualitativ aufzubauen und zu verstärken. Der Fensterbau ist nach wie vor ein Handwerk und nicht mit einer vollautomatisierten Produktion zu vergleichen.  

weekend:  An welchen Innovationen arbeitet Ihr Betrieb? 

Julia Speiser: Wir arbeiten permanent an technischen Verbesserungen und konzentrieren uns außerdem auf das Design der Fenster, da die Fensteroptik maßgebend für das Erscheinungsbild eines Hauses ist und einen immer höheren Stellenwert bekommt. Daher haben wir auch dieses Jahr unsere Designlinie wieder um neue flächenbündige und großflächige Lösungen erweitert.  

weekend: Die Baunebenbranchen werden zumeist von Männern dominiert. Wie schwer hat man es als Frau? 

Julia Speiser:  Natürlich muss man als Frau mit genug Selbstbewusstsein und Willensstärke ausgestattet sein, um in unserer Branche überzeugen zu können. Nachdem ich in die Fußstapfen meiner Mutter getreten bin, war für mich eine Frau in der Baunebenbranche keine Exotin sondern immer schon Bereicherung in einer Männerdomäne.  

weekend: In welchen Ausprägungen spüren Sie die Pandemie, wie tauchen Sie mit Ihrem Betrieb durch diese schwierigen Zeiten?

Julia Speiser: Die notwendige Materialverfügbarkeit ist nicht wie gewohnt gegeben, die Preise steigen aufgrund der Rohstoffknappheit  rasant und natürlich bleiben auch wir nicht vor Personalausfällen verschont. Zusammen mit der deutlich erhöhten Nachfrage, ist es aktuell herausfordernder geworden, die notwendige Flexibilität, die in unserer Branche verlangt wird, darstellen zu können.