Business-Talk: Auf dem richtigen Weg!

weekend: Viele Landsleute sind wegen des Chaos rund um die Corona-Impfungen verärgert. Wie ist Ihre persönliche Haltung? 

Christine Haberlander: Vor etwa einem Jahr wurden wir vom Corona-Virus überrumpelt. Wir haben den Kampf gegen das Virus seither mit vollem Einsatz geführt. Wir wissen aber, dass wir den Menschen vieles zumuten mussten. Corona hat viele in Oberösterreich müde und mürbe gemacht. Ich kann das verstehen, uns allen geht es ähnlich. Wir alle wollen unser normales Leben zurück. Wir haben schon einen langen und schweren Weg hinter uns. Und mit der Impfung sind wir hoffentlich unterwegs Richtung Ziel. Aber bis dorthin haben wir noch einige Zeit und schwere Schritte vor uns. Schaffen werden wir es nur gemeinsam.  

weekend: AstraZeneca Ja oder Nein – wie beurteilen Sie die Situation? 

Christine Haberlander: Wie uns unterschiedlichste Medizinerinnen und Mediziner bestätigt haben, wirken alle derzeit in Österreich zugelassenen Impfstoffe gegen das Virus und können vor allem vor einem Spitalsaufenthalt oder sogar einer intensivmedizinischen Behandlung schützen. Der Impfstoff ist derzeit noch ein rares Gut. Wir sind dankbar für jede Dosis mit der wir die Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher vor dem Virus schützen können. Denn mit jeder verabreichten Impfdosis kommen wir unserm Ziel einen Schritt näher. 

weekend: Oberösterreich zählt im Gesundheitssystem zu den Top-Bundesländern. Auf welche Leistungen sind Sie besonders stolz? 

Christine Haberlander: Unser starkes Gesundheitssystem in Oberösterreich ist kein Erfolg, den wir über Nacht erreicht haben, sondern wir arbeiten seit Jahren für ein großes Ziel: Dafür, dass die Menschen in unserem Land gesund und gut leben können. Dabei war immer klar, dass wir zwei Seiten zusammenbringen wollen, das Land, das mit seinen Einrichtungen hilft sowie jede und jeden Einzelnen, der sich selbst gesund halten kann. Die besondere Herausforderung, die Corona für unser Gesundheitssystem ist, bestätigt den oberösterreichischen Weg, das Gesundheitssystem und das Bewusstsein für Gesundheit gleichermaßen zu stärken.  

weekend: Das Image der Politik ist derzeit auch durch die vielen Korruptionsermittlungen und permante Streitereien im Sinkflug. Wenn man sich selbst nichts vorzuwerfen hat, wie geht man dann mit verallgemeinernden Anpatzereien um, die ja zwangsläufig auch auf eine Landesebene abfärben? 

Christine Haberlander: Die gegenseitigen Anschuldigungen rücken die Politik in kein positives Licht. Dabei befinden wir uns derzeit in der größten Krise der vergangenen Jahrzehnte. Noch nie war es so wichtig wie heute, dass man gemeinsam an einem Strang zieht, um möglichst rasch und gesund aus dieser Krise herauszukommen.  

Autor: Gerhard Gall, 23.03.2021