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Angeklagter beim Urteil im Mordfall Jennifer S. im Wiener Landesgericht zwischen Justizwachebeamten.
Der Angeklagte im Mordfall Jennifer S. vor Gericht in Wien. Mehr als acht Jahre nach der Tat ist das Urteil gefallen.
Der Angeklagte im Mordfall Jennifer S. vor Gericht in Wien. Mehr als acht Jahre nach der Tat ist das Urteil gefallen.
APA-Images / APA / HELMUT FOHRINGER

"Ich habe Gott gespielt": 8 Jahre nach Tod Urteil in Mordfall Jennifer S. gefallen

27.08.2026 um 14:49, Stefanie Hermann
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Acht Jahre nach dem Mord an Jennifer S. ist das Urteil gefallen. Ihr Ex-Freund wird zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Mehr als acht Jahre nach dem Tod der 21-jährigen Jennifer S. ist am Wiener Landesgericht das Urteil im Mordfall Jennifer S. gefallen. Die Geschworenen haben ihren 33-jährigen Ex-Freund einstimmig des Mordes schuldig gesprochen. Er hat Jennifer S. im Jänner 2018 erwürgt und ihre Leiche anschließend versteckt. Das Gericht verhängt die Höchststrafe: lebenslange Haft. Zusätzlich wird der Mann in einem forensisch-therapeutischen Zentrum untergebracht. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Jennifer S. Urteil: Geschworene entscheiden einstimmig

Nach kurzer Beratung steht die Entscheidung fest. Die acht Geschworenen beantworten die Schuldfrage einstimmig mit 8:0. Damit folgen sie der Anklage, die zuvor lebenslange Haft gefordert hat.

„Eine Frau ist kein Besitz“, betont die Staatsanwältin in ihrem Schlussplädoyer. Jennifer habe sterben müssen, weil sie ein selbstbestimmtes Leben führen wollte. Die Anklägerin bezeichnet die Tat ausdrücklich als Femizid und fordert die „höchstmögliche“ Strafe.

Das Gericht folgt dieser Argumentation. Neben der lebenslangen Freiheitsstrafe ordnet es die Unterbringung des 33-Jährigen in einem forensisch-therapeutischen Zentrum an. Ein psychiatrischer Sachverständiger sieht weiterhin eine erhebliche Gefahr, dass der Mann erneut schwere Straftaten begehen könnte.

„Er hat Jenni eiskalt erwürgt“

Die Tat liegt zu diesem Zeitpunkt bereits achteinhalb Jahre zurück. Am 22. Jänner 2018 kommt es in der Wohnung von Jennifer S. in Wien-Brigittenau zum Streit. Die damals 21-Jährige will die Beziehung beenden und ihren Freund aus ihrem Leben haben.

Genau das habe der Angeklagte nicht akzeptieren können, argumentiert die Staatsanwältin. „Er hat Jenni eiskalt erwürgt, weil er nicht damit leben konnte, dass sie ihn verlässt.“

Der Angeklagte gesteht die Tat. „Ich bekenne mich voll schuldig“, erklärt er vor den Geschworenen.

Ex-Freund schildert die letzten Minuten

Auch über den Moment der Tat spricht der 33-Jährige vor Gericht. Die Trennung habe ihm den Boden unter den Füßen weggerissen. „Ich hab‘ das nicht verkraftet, dass sie verschwindet aus meinem Leben“, sagt er.

„Dann hab‘ ich sie an dem besagten Tag erwürgt“, gesteht der Angeklagte. Warum er nicht von ihr abgelassen habe, beantwortet er mit den Worten: „Weil ich so in Rage war.“

Danach holt er keine Hilfe. Er versteckt die Leiche zunächst und bringt sie später auf einen Truppenübungsplatz in Niederösterreich. Dort bleibt Jennifer S. jahrelang unentdeckt.

Mutter kämpft jahrelang um Wahrheit

Während der Täter schweigt, sucht die Familie mehr als sieben Jahre nach Jennifer. Vor allem ihre Mutter gibt nicht auf. Sie sucht mit Polizei und Hunden, finanziert Grabungen und setzt ihre Nachforschungen fort.

Schließlich erhöht ein eigens eingerichtetes Profil auf einer Datingplattform den Druck auf den Verdächtigen. In Gesprächen mit seinem vermeintlichen Kontakt spricht der 33-Jährige über einen „perfekten Mord“. Ende 2025 gesteht er schließlich die Tötung.

Der Anwalt der Familie findet im Prozess deutliche Worte: „Acht Jahre lang hat die Mutter ihre Tochter gesucht.“ Der Angeklagte habe all das mitbekommen und dennoch geschwiegen.

„Ich habe Gott gespielt“

Kurz vor der Beratung der Geschworenen bekommt der Angeklagte das letzte Wort. „Die Jennifer war ein wundervoller Mensch“, sagt er. „Ich habe in diesem Jänner Gott gespielt, jemandem das Leben genommen.“

Die Geschworenen ziehen sich um 13.14 Uhr zur Beratung zurück. Wenig später steht das Jennifer S. Urteil fest: schuldig des Mordes, einstimmig mit 8:0 Stimmen. Für den 33-Jährigen bedeutet das lebenslange Haft und die Unterbringung in einem forensisch-therapeutischen Zentrum.

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