2. Liga: Showdown!

Ein Ligafinale wie in einem Sergio Leone Streifen: Gleiche Punktezahl (69), gleichviel erhaltene Tore (30) und fast gleichviel geschossene (BW: 69, Liefering: 68) – und das eine Runde vor Schluss. Die Entscheidung um den Meistertitel der zweiten Liga in der Saison 2020/21 fällt in der letzten Runde, und – als ob es die Bundeligaverantwortlichen geahnt hätten – noch dazu im direkten Duell. Egal wer Meister wird, sportlich hat es keine Auswirkungen. Sowohl Liefering als auch Blau Weiß Linz können nicht aufsteigen. Blau Weiß hat bekanntlich bis zur Eröffnung des neuen Donauparkstadions 2023 ein Infrastrukturproblem. Den prestigeträchtigen Meistertitel will man sich aber nicht nehmen lassen.

Blauweißer „Weltrekord“ im April. Schon jetzt steht fest: Es ist die beste Saison des FC Blau Weiß Linz seit seiner Gründung 1997. Und es purzelten sogar Rekorde: Zehn Spiele hintereinander siegten die Stahlstädter, genauso viele wie der bisherige Rekordhalter in Liga 2, die Admira. Und sie können sich ein weiteres mal in die Geschichtsbücher eintragen. Der Führende in der Torschützenliste, Fabian Schubert, hält bereits bei 32 Treffern in 28 Spielen. Der bisherige Rekordtorschütze Sanel Kuljic scorte für Ried 34 mal, hatte allerdings 36 Runden Zeit dazu. Im April war Schubert weltweit der Spieler mit den meisten Scorerpunkten in Profiligen überhaupt. Das weckt natürlich Begehrlichkeiten – Schubert ist in der zweiten deutschen Liga ebenso im Gespräch, wie beim rumänischen Spitzenclub und aktuellen Tabellenführer Cluj. Zudem könnten weitere Leistungsträger abhandenkommen. Philipp Pomer soll bei Ried im Gespräch sein, der Deutschtürke Turgay Gemicibasi könnte bei seinem Lieblingsclub Dynamo Dresden landen. Die Dresdner führen eine Runde vor Schluss in der dritten deutschen Liga und sind auf Aufstiegskurs. Auch Kristijan Dobras könnte den Verein verlassen.

Bald drei OÖ Vereine in der ersten Liga? BW-Trainer Ronny Brunmayr und Sportdirektor Tino Wawra stünde damit ein Umbruch in Haus. Doch so wie es ihnen vor der Rekordsaison gelungen ist aus einer No-Name-Truppe ein Spitzenteam zu formen, ist den Vereinsverantwortlichen auch in der kommenden Saison einiges zuzutrauen. 2023 soll dann mit dem neuen Stadion der Aufstieg gelingen. Oberösterreich hätte dann seit langem wieder drei Teams in der ersten Liga und Linz wieder heißersehnte Derbys. Doch vorerst heißt es den Sack zuzumachen und gegen Liefering zu punkten – ein Unentschieden würde dazu reichen.

 

Autor: Jürgen Philipp, 16.05.2021