Ueli Kestenholz: Lawine kostet Snowboarder das Leben
Der Schweizer Snowboardprofi Ueli (Ulrich Samuel) Kestenholz, Olympia-Dritter von 1998, ist im Alter von 50 Jahren bei einem Lawinenunglück im Lötschental im Kanton Wallis ums Leben gekommen.
Lawinensituation und Rettungseinsatz auf der Lauchernalp
Im Gebiet um die Lauchernalp hatten sich an diesem Tag bereits zuvor mehrere Lawinen an anderen Stellen gelöst. Exponierte Bereiche wie der Höhen-Panoramaweg Richtung Lötschenpass und im Skigebiet die rote Piste 6 waren gesperrt. Die rote Piste 6 führt von der Liftstation Gandegg zur Hockenalp. In diesem Bereich ereignete sich das Lawinendrama.
Ein Hobby-Skifahrer verbrachte den Tag auf den Pisten im Skigebiet Lauchernalp. Er meldete sich nach Beobachtung der Lawinensituation beim Bergbahnpersonal, das jedoch keine zusätzlichen Personen zum Sondieren benötigte. Der Hobbysportler filmte die Szenerie nach dem Lawinenabgang.
Nach der ersten Lawine ging im selben Gebiet eine Nachlawine nieder. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich bereits wieder Ski- oder Snowboardfahrer in der Nähe der frischen Schneemasse. Mehrere Helikopter waren zur Suche und für Rettungsflüge auf der Lawine im Einsatz. Einer der Helikopter landete neben dem Restaurant "Bergsunnä" auf der Lauchernalp, nahm eine weitere Rettungscrew inklusive Lawinenhund auf und startete erneut in Richtung Lawinenkegel.
Unglück am Hockuchriz
Kestenholz war auf rund 2.400 Metern Höhe im Gebiet Hockuchriz oberhalb der Lauchernalp unterwegs, als sich die Lawine aus ungeklärter Ursache löste und ihn mitriss. Kestenholz konnte lebend geborgen und mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus nach Sion geflogen werden. Zwei Tage erlag Ueli Kestenholz seinen schweren Verletzungen. Der Skifahrer überlebte den Lawinenabgang.
Sportliche Laufbahn und Outdoor-Leben
Ueli Kestenholz zählte in den 1990er-Jahren zu den prägenden Schweizer Snowboardern. Bei den Olympischen Winterspielen 1998 in Nagano gewann er Bronze im Snowboard-Riesenslalom und sicherte sich damit einen Platz in der Schweizer Sportgeschichte. Seine Laufbahn im Wettkampfsport beendete er 2006.
Nach dem Rückzug aus dem Rennsport blieb Kestenholz professioneller Outdoor-Sportler. Als Crossover-Athlet bewegte er sich in unterschiedlichen Disziplinen. So war Kestenholz als Freerider, Speedrider, Gleitschirmpilot, Kitesurfer, Skydiver, Surfer, Wingfoiler und Mountainbiker aktiv.
Familie
Ueli Kestenholz hinterlässt seine Ehefrau und zwei Söhne im Alter von 17 und neun Jahren. Für seine Angehörigen und sein persönliches Umfeld bedeutet der plötzliche Tod einen schweren Verlust.