Skeleton: Janine Flock holt Gold!
- Janine Flock dominiert den Skeleton-Eiskanal
- Skeleton bei Olympia: Der entscheidende Lauf
- Comeback nach Rückschlägen
- Janine Flock mit Pyeongchang versöhnt
- Gold für Flock: Teamleistung als Erfolgsrezept
- Österreichs Goldbilanz wächst
Janine Flock gewinnt im Skeleton die olympische Goldmedaille in Cortina d’Ampezzo. Die 36-jährige Tirolerin setzt sich nach vier Läufen im Eugenio-Monti-Eiskanal souverän gegen die deutsche Konkurrenz durch. Mit einem Vorsprung von 0,30 Sekunden auf Susanne Kreher und 0,44 Sekunden auf Jacqueline Pfeifer sichert sie sich ihren größten Erfolg im Karriereverlauf.
Für Österreich ist es die vierte Goldmedaille bei den Olympischen Winterspielen 2026 – und die erste im Skeleton der Frauen überhaupt. Der Sieg hat historische Bedeutung: Flock ist mit 36 Jahren, sechs Monaten und 20 Tagen die älteste österreichische Olympiasiegerin im Winter.
Janine Flock dominiert den Skeleton-Eiskanal
Von Beginn an zeigt Janine Flock, dass sie die Bahn in Cortina beherrscht. Bereits im ersten Lauf stellt sie mit 57,22 Sekunden einen Bahnrekord auf, den allerdings Jacqueline Pfeifer im zweiten Durchgang mit 57,18 Sekunden knapp unterbietet. Trotzdem bleibt Flock zur Halbzeit an der Spitze, vier Hundertstelsekunden vor ihrer ersten Verfolgerin.
Am Finaltag bleibt sie konstant. In drei von vier Läufen fährt sie im Skeleton Bestzeit, bleibt auf Linie und kontrolliert das Rennen. Mit einer Gesamtlaufzeit von 3:49,02 Minuten beendet sie den Wettbewerb deutlich an der Spitze.
Skeleton bei Olympia: Der entscheidende Lauf
Der dritte Lauf wird zum Schlüsselmoment ihres Erfolgs. Nach einem verhaltenen Start steigert sich Flock mit jeder Zwischenzeit. Sie zeigt Nervenstärke, während die Konkurrenz patzt. „Sie hat mentale Stärke gezeigt, der dritte Lauf ist der schwierigste“, sagt Teamkollege und Trainingspartner Samuel Maier.
Der letzte Lauf wird zur Kür – fehlerfrei, präzise und mit beeindruckender Ruhe.
Comeback nach Rückschlägen
Nur wenige Wochen zuvor stand Flocks Teilnahme noch auf der Kippe. Nach einer Gehirnerschütterung im Jänner muss sie ihre Saisonziele überdenken und auf den Gesamtweltcup verzichten. Doch die Zwangspause wird zur Chance. „Ich kann es nicht glauben“, sagt sie im ORF-Interview. „In den ganzen Jahren war vieles dabei – Erfolge, Verletzungen, Umorientierungen. Das hat mich zu dem Menschen gemacht, der ich jetzt bin.“
Die Ruhepause nützt die Tirolerin zur Neuaufstellung, trainiert konzentriert und kehrt stärker zurück. „Ich habe loslassen können, ich habe alle vier Läufe gut erwischt, ich bin die Schlüsselstellen gut gefahren. Ich bin echt überglücklich.“
Janine Flock mit Pyeongchang versöhnt
Acht Jahre nach ihrem bitteren vierten Platz bei den Olympischen Spielen 2018 in Pyeongchang findet Flock ihre späte Genugtuung. Damals verpasst sie als Führende nach drei Läufen die Medaille um zwei Hundertstelsekunden. Dieses Mal bleibt sie ruhig, konzentriert und abgeklärt. „Ich habe gespürt, dass das ein guter Platz für mich ist“, erzählt sie. „Ich habe alle vier Läufe gut erwischt und loslassen können. Das war pure Energie, die ich gespürt habe.“
Gold für Flock: Teamleistung als Erfolgsrezept
Flock betont nach dem Triumph das Kollektiv. „Es müssen viele Teile zusammenstimmen. Wir haben ein super Teamgefüge, viele Betreuer, jeder hat einen Superjob gemacht. Das ist so viel wert. Es hat sich über die letzten Jahre entwickelt, jetzt dürfen wir ernten.“
Gemeinsam mit ihrem Teamkollegen Samuel Maier plant sie noch den Start im Mixed-Teambewerb. Flock nennt die Liebe zum Sport und die Arbeit an Details als Schlüsselfaktoren. „Ich bin immer dran geblieben. Nach den Spielen in Peking habe ich mein Umfeld neu aufgestellt“, erklärt sie.
Österreichs Goldbilanz wächst
Mit Flocks Sieg wächst die Medaillensammlung des Österreichischen Olympischen Comités (ÖOC) auf 13 Stück: viermal Gold, sechsmal Silber, dreimal Bronze. Vor ihr hatten Benjamin Karl im Parallel-Riesentorlauf, Alessandro Hämmerle im Snowboardcross sowie Ariane Rädler und Katharina Huber in der alpinen Teamkombination gewonnen.
Es ist das zweite Skeleton-Edelmetall der österreichischen Geschichte. 2002 hatte Martin Rettl in Salt Lake City Silber geholt. Nun steht mit Janine Flock erstmals eine Österreicherin ganz oben auf dem Podest.