Schöttel bestätigt Franco Foda als Teamchef

Die ÖFB-Spieler und Verantwortlichen kehren nach und nach aus dem wohlverdienten Urlaub zurück – und sehen sich trotz des erstmaligen Einzugs ins EM-Achtelfinale und dem starken Auftritt gegen Italien mit folgenschweren Vorwürfen konfrontiert. Auslöser dafür war ein Ende Juni erschienener Artikel des Magazins „Profil“, in dem von einem Aufstand gegen Franco Foda berichtet wurde. Der Teamchef habe sich angeblich bei der EM die Aufstellung und taktische Ausrichtung von Spielern diktieren lassen. Um die Behauptungen zu stützen, wurden unter anderem Spieler anonym zitiert. (Wir haben darüber berichtetet.)

Erste Stellungnahme zu den Vorwürfen

Nachdem der ÖFB und auch Franco Foda bis jetzt kein Statement abgaben, äußerte sich Sportdirektor Peter Schöttel nun erstmals und nannte die Vorwürfe „absurd“. "Es bestimmt einzig und allein der Teamchef, wer spielt und wann getauscht wird. Aber was jeder Trainer der Welt macht, ist, dass er sich mit seinen Spielern zusammensetzt", so Schöttel. Zu dem angeblichen „Aufstand“ vor Beginn der EM sagte der ÖFB-Sportdirektor, man habe die Lehren nach dem Debakel gegen den späteren EM-Halbfinalisten Dänemark gezogen und sich intensiv mit allen Abläufen bei der EM – vom Frühstück bis zum besten Trainingszeitpunkt – beschäftigt. "Es war gut, das noch einmal zu schärfen", bestätigt Schöttel.

ÖFB Training | Credit: GEPA pictures/Michael Zemanek

Mit Foda in ein mögliches WM-Play-off

Auf die Vorwürfe, die Entlassung von Franco Foda sei bei einem Ausscheiden in der EM-Gruppenphase beschlossene Sache gewesen, ging Schöttel allerdings nicht näher ein. Vielmehr heißt es aus Sicht des ÖFBs: Nach der EM ist vor der WM. Klares Ziel des Verbandes ist die Teilnahme 2022 in Katar. "Wenn wir uns nicht direkt qualifizieren und in den Play-offs spielen, dann macht das auch Franco", sagte Schöttel. Der Vertrag des Teamchefs würde nicht nur bis zum Ende der WM-Qualifikation im November laufen, sondern sich bei Erreichen der folgenden K.o.-Spiele für diese verlängern, präzisierte der Sportchef. Gleiches gilt für eine WM-Teilnahme.

Autor: Sandra Eder, 09.07.2021