Nach 1:9-Debakel: Medien rechnen mit Baidoo ab
Für Samson Baidoo wurde der Champions-League-Abend gegen Como zum Albtraum. Der österreichische Nationalspieler stand beim historischen 1:9 von RC Lens über die gesamten 90 Minuten auf dem Platz und geriet anschließend massiv in die Kritik. Gleich mehrere französische Medien bewerteten die Leistung des früheren Salzburg-Verteidigers mit nur einem von zehn Punkten. Dabei war Baidoo allerdings keineswegs der einzige Lens-Profi, der nach dem Debakel hart abgestraft wurde.
Mehrere Medien geben Baidoo die Note 1
Besonders deutlich fällt das Urteil beim französischen Fußballportal Maxifoot aus. Baidoo erhält dort gerade einmal einen von zehn möglichen Punkten. Auch So Foot bewertet den 22-Jährigen mit 1/10.
Get French Football News kommt ebenfalls zu einem vernichtenden Urteil und vergibt für den ÖFB-Verteidiger nur einen Punkt. Die Kritik beschränkt sich dabei nicht auf Frankreich: Eurosport Italien gibt Baidoo drei von zehn Punkten und sieht insbesondere seine Entscheidungen im Defensivverhalten kritisch.
Der Datenanbieter FotMob bewertete Baidoos Auftritt mit 4,8 von zehn Punkten. Die unterschiedlichen Systeme sind zwar nicht unmittelbar miteinander vergleichbar, das Gesamtbild fällt nach dem historischen Abend aber eindeutig negativ aus.
Diese Szenen werden dem Österreicher angekreidet
Maxifoot führt mehrere Situationen konkret an. Beim 0:2 durch Anastasios Douvikas in der 32. Minute habe Baidoo den Angreifer in seinem Rücken aus den Augen verloren.
Vor dem dritten Gegentor durch Nico Paz sei der Österreicher im Zweikampf mit Douvikas nicht entschlossen genug gewesen. Beim 0:6 konnte sich der griechische Stürmer erneut gegen Baidoo lösen und Richtung Tor ziehen.
Auch bei späteren Gegentreffern kritisiert das Portal ein zu passives Verhalten. Dabei handelt es sich um die Einschätzung der französischen Redaktion, eine persönliche Stellungnahme Baidoos zum Spiel war zunächst nicht bekannt.
Eurosport Italien formuliert die Kritik etwas zurückhaltender. Baidoo sei innerhalb der Dreierabwehr ein instinktiver Verteidiger, habe einige Situationen an diesem Abend aber zu optimistisch eingeschätzt und sei dafür bestraft worden.
Nicht nur Baidoo gerät in die Kritik
Das historische 1:9 lässt sich allerdings kaum an einem einzelnen Spieler festmachen. Auch zahlreiche Teamkollegen Baidoos erhielten von den französischen Medien extrem niedrige Bewertungen.
Bei Maxifoot wurden unter anderem Torhüter Robin Risser und Verteidiger Kyllian Antonio ebenfalls mit nur einem Punkt bewertet. Get French Football News sah nahezu die gesamte Mannschaft bei einer Einser-Bewertung.
Auch Lens-Trainer Yannick Cahuzac nahm nach dem Spiel das gesamte Team in die Verantwortung. Er sprach von einer Demütigung und forderte von seinen Spielern eine selbstkritische Aufarbeitung der Leistung.
Wenige Tage zuvor noch deutlich besser bewertet
Für Baidoo bedeutet das Como-Spiel einen empfindlichen Rückschlag. Von einer dauerhaften Formkrise allein aufgrund dieser Partie zu sprechen, wäre allerdings voreilig.
Erst wenige Tage zuvor hatte Maxifoot den Österreicher beim 0:1 gegen Lille noch mit sechs von zehn Punkten bewertet und unter anderem seine Positionierung sowie sein Zweikampfverhalten positiv hervorgehoben.