1:9-Heimpleite: ÖFB-Legionär erlebt historisches Debakel
Was für ein Abend in der Champions League: Como 1907 hat bei RC Lens mit 9:1 gewonnen und damit Fußballgeschichte geschrieben. Der italienische Königsklassen-Debütant stellte mit acht Toren Unterschied die Bestmarke für den höchsten Sieg in der Champions League ein und feierte zugleich den höchsten Auswärtssieg in der Geschichte des Bewerbs. Mann des Abends war Tasos Douvikas mit drei Treffern.
Como stellt Champions-League-Rekord ein
Mit diesem Ergebnis hatte wohl kaum jemand gerechnet. Como trat am Mittwochabend beim französischen Klub RC Lens an und zerlegte die Gastgeber mit 9:1. Die Mannschaft von Trainer Cesc Fàbregas führte bereits zur Pause mit 3:0 und legte nach dem Seitenwechsel weitere sechs Treffer nach.
Historisch ist vor allem die Höhe des Erfolgs. Acht Tore Differenz gab es in der Champions League zuvor bei Liverpools 8:0 gegen Beşiktaş im Jahr 2007 und Real Madrids 8:0 gegen Malmö 2015. Como stellte diese Bestmarke nun ein.
Weil der Kantersieg auswärts gelang, gehört dieser Rekord den Italienern allerdings alleine: Noch nie gewann eine Mannschaft ein Champions-League-Auswärtsspiel mit acht Toren Unterschied. Zudem ist Como erst der zweite Klub nach Bayern München, der in einer Partie der Königsklasse neun Treffer erzielte.
Douvikas eröffnet den Torrausch
Tasos Douvikas brachte Como bereits in der siebten Minute auf Kurs. In Minute 32 legte der Grieche nach, Nico Paz erhöhte noch vor der Pause auf 3:0.
Nach Wiederbeginn ging es Schlag auf Schlag. Lucas Da Cunha traf in der 47. Minute, Marc-Oliver Kempf wenig später zum 5:0. Douvikas komplettierte in der 57. Minute seinen Dreierpack.
Mattia Liberali sorgte für das siebente Como-Tor. Lens gelang durch Ruben Aguilar lediglich der zwischenzeitliche Ehrentreffer. Martin Baturina stellte auf 8:1, ehe der erst 18-jährige Matteo Papaccioli in der Nachspielzeit den historischen Schlusspunkt setzte. Für den Nachwuchsspieler war es bei seinem Europacup-Debüt gleich der erste Treffer.
Bitterer Abend für ÖFB-Legionär Baidoo
Aus österreichischer Sicht war der Rekordabend deutlich weniger erfreulich. Samson Baidoo stand in der Lens-Defensive von Beginn an auf dem Platz und absolvierte die komplette Partie.
Der ehemalige Salzburg-Verteidiger sah in der ersten Hälfte die Gelbe Karte und musste anschließend mitansehen, wie Como die Abwehr der Franzosen immer wieder auseinandernahm.
Für Lens war es damit nicht einfach nur eine deutliche Niederlage, sondern ein Eintrag in die Geschichtsbücher auf der falschen Seite.
Como mischt bei seiner Premiere vorne mit
Bemerkenswert ist der Erfolg auch deshalb, weil Como erstmals überhaupt in der Champions League vertreten ist. Der Klub vom Comer See sorgt in seiner Premierensaison bereits seit Wochen für Aufsehen.
Nach vier Spieltagen hält die Mannschaft von Fàbregas bei neun Punkten und liegt zur Halbzeit der Ligaphase auf Rang vier. Bereits zuvor hatte Como unter anderem RB Leipzig und Manchester United jeweils mit 4:1 besiegt.
Spätestens nach dem 9:1 in Lens dürfte endgültig klar sein, dass der Champions-League-Neuling mehr als nur ein Außenseiter ist. Einen Platz in den Geschichtsbüchern hat sich Como jedenfalls schon nach vier Spieltagen gesichert.