Nach Kritik: Manchester United feuert Amorim
Inhalt
- Öffentliche Aussagen als Auslöser
- Kritik hinter den Kulissen
- United reagiert schnell
- Interims-Lösung steht bereit
Überraschung bei Manchester United: Ruben Amorim ist nicht länger Trainer des englischen Rekordmeisters. Der Portugiese wurde am Montag nur wenige Stunden nach deutlicher öffentlicher Kritik an der Klubführung entlassen. Damit endet seine Amtszeit nach lediglich 14 Monaten.
Sein letztes Spiel an der Seitenlinie war das 1:1-Unentschieden bei Leeds United am Sonntag. Mit dem Remis rangieren die Red Devils aktuell auf dem sechsten Tabellenplatz.
Öffentliche Aussagen als Auslöser
Bereits nach dem Spiel gegen Leeds hatte Amorim für Aufsehen gesorgt. In ungewöhnlich offenen Worten sprach der 40-Jährige über interne Spannungen und stellte klar, dass er nicht nur als Trainer, sondern als Manager verpflichtet worden sei. „Ich bin hierhergekommen, um Manager von Manchester United zu sein, nicht nur Coach“, erklärte der Portugiese.
Zudem ließ er durchblicken, dass er sich in seiner Rolle eingeschränkt fühle. „So wird es weitergehen – für 18 Monate oder bis der Vorstand entscheidet, etwas zu ändern“, sagte Amorim. Rücktrittsgedanken wies er ausdrücklich zurück: „Ich werde meinen Job machen, bis jemand kommt, um mich zu ersetzen.“
Kritik hinter den Kulissen
Die Aussagen sorgten intern offenbar für erheblichen Unmut. Laut britischen Medien galt Amorim bereits nach dem enttäuschenden Auftritt gegen Leeds als angezählt. Seine wiederholten Hinweise auf fehlende Unterstützung sowie seine Kritik an anderen Abteilungen des Klubs verschärften die Situation zusätzlich.
„In jeder Abteilung – Scouting, Sportdirektor – muss jeder seinen Job machen. Ich mache meinen“, sagte Amorim weiter. Wenn der Klub nicht besser mit äußerem Druck umgehen könne, „müsse man ihn ändern“, ergänzte er – eine Aussage, die als direkte Kritik an der Klubführung verstanden wurde. Schon vor der Partie hatte sich der Portugiese geweigert, Fragen zu möglichen Transfers zu beantworten, was als weiteres Zeichen für die angespannte Lage gewertet wurde.
United reagiert schnell
Die Verantwortlichen bei Manchester United reagierten prompt. Nur Stunden nach den öffentlichen Aussagen fiel die Entscheidung zur Trennung. Damit endet ein Kapitel, das mit großen Erwartungen begonnen hatte, nun aber abrupt endet.
Manchester United bestätigte die Trennung am Montag auch offiziell. In einer Stellungnahme erklärte der Klub, dass Ruben Amorim seine Position als Cheftrainer verlassen habe. Der Portugiese war im November 2024 verpflichtet worden und führte die Mannschaft im Mai noch bis ins Finale der UEFA Europa League in Bilbao. Trotz des sechsten Tabellenplatzes in der Premier League habe sich die Klubführung „schweren Herzens“ zu diesem Schritt entschlossen. Ziel der Entscheidung sei es, dem Team „die bestmögliche Chance auf ein möglichst hohes Abschneiden in der Premier League“ zu geben. Gleichzeitig bedankte sich der Verein bei Amorim für seinen Einsatz und seine Verdienste und wünschte ihm für die Zukunft alles Gute. Interimistisch wird Darren Fletcher die Mannschaft betreuen, der bereits am Mittwoch im Spiel gegen Burnley an der Seitenlinie stehen wird.
Interims-Lösung steht bereit
Bis zum Saisonende wird Darren Fletcher das Team übernehmen. Der frühere United-Profi, aktuell Trainer der U18-Mannschaft, soll die Red Devils interimistisch betreuen. Sein erstes Spiel als Verantwortlicher steht bereits am Mittwoch an, wenn Manchester United auf Burnley trifft.