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Archivbild 2005: Bruno Kernen im Ski-Rennanzug mit Helm und Skistöcken während eines Rennens, Symbolbild zu seiner Olympia-Kritik 2026.
Der frühere Abfahrts-Weltmeister Bruno Kernen übt heftige Kritik an den Olympischen Winterspielen 2026 – die Siegerehrungen seien „fast respektlos den Sportlern gegenüber“.
Der frühere Abfahrts-Weltmeister Bruno Kernen übt heftige Kritik an den Olympischen Winterspielen 2026 – die Siegerehrungen seien „fast respektlos den Sportlern gegenüber“.
APA-Images / Keystone / FABRICE COFFRINI

Bruno Kernen – "respektlos": Heftige Kritik an Olympia 2026

24.02.2026 um 17:26, Anna Kirschbaum
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Bruno Kernen übt scharfe Kritik an den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina 2026. Besonders die fehlende Medaillen-Feier entsetzt ihn.

Der frühere Abfahrts-Weltmeister Bruno Kernen übt heftige Kritik an der Organisation der Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina 2026. Besonders die alpinen Rennen in Bormio, rund 300 Kilometer von Cortina entfernt, sorgen für Stirnrunzeln. Die Zustände seien „fast respektlos den Sportlern gegenüber“, so das Schweizer Ski-Ass.

Bruno Kernen: Medaillen ohne Feier, Emotionen ohne Bühne

Besonders sauer stößt Bruno Kernen die Gestaltung der Siegerehrungen auf. Die Veranstalter verzichteten bei den Olympischen Spielen 2026 auf die traditionellen Medaillenzeremonien am Abend, die sonst auf der sogenannten Medal Plaza stattfanden. Stattdessen wurden die Auszeichnungen unmittelbar nach den Rennen ohne große Feier, ohne Publikum, vergeben. „Ich glaube, es gibt Ski-Klubs, die eine würdevollere Siegerehrung organisieren“, lässt Bruno Kernen seinem Unmut auf Instagram freien Lauf. Was er gesehen habe, habe ihn „geschockt“. Der einstige Weltmeister nennt das Vorgehen „nicht olympiawürdig“.

Nicht nur Kernen: Auch Athleten klagen über sterile Atmosphäre

Mit seiner Kritik ist Kernen keineswegs allein. Linus Straßer beschreibt die Stimmung in Bormio als „absolut steril“. Die Zuschauer saßen auf einer fünf Meter hohen Tribüne, „gefühlt zwanzig Meter entfernt“. Emotionen seien dabei keine aufgekommen. „Sogar in Peking kam mehr Olympia-Feeling auf“, bekrittelte Marco Odermatt. Johannes Lamparter und Daniela Maier beklagten ebenfalls die fehlende Nähe zum Publikum und den Verlust der gewohnten olympischen Stimmung.

Nach Kritik von Bruno Kernen: Schweizer Verband wendet sich an das IOC

Die Kritik bleibt nicht ohne Folgen. Der Schweizer Skiverband hat laut einem Bericht des Blick bereits beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) interveniert. Delegationsleiter Ralph Stöckli erklärt, man habe die Probleme angesprochen und wolle „im Hinblick auf die Spiele 2030 in Frankreich darauf einwirken, dass die Medal’s Plaza zurückkehrt“.

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