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Vor dem Anpfiff wird eine Schweigeminute für Ratko Mladić abgehalten, zudem präsentieren Roter-Stern-Ultras ein riesiges Tifo mit seinem Porträt.
Ratko Mladić: Roter-Stern-Ultras präsentierten ein großes Tifo mit seinem Porträt.
Ratko Mladić: Roter-Stern-Ultras präsentierten ein großes Tifo mit seinem Porträt.
APA-Images / AP / Darko Vojinovic

Belgrad-Derby: Wirbel um Arnautovic-Klub nach Mladić-Ehrung

07.09.2026 um 11:39, Yunus Emre Kurt
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Vor dem Belgrader Derby wird Ratko Mladić mit einer Schweigeminute und einem riesigen Tifo geehrt. Der verurteilte Kriegsverbrecher starb Ende August.

Das 180. Belgrader Derby zwischen Roter Stern und Partizan ist von einer höchst umstrittenen Aktion überschattet worden. Vor dem traditionsreichen Stadtduell wurde eine Schweigeminute für Ratko Mladić abgehalten. Der frühere bosnisch-serbische Militärführer war wegen Völkermords, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen zu lebenslanger Haft verurteilt worden und ist Ende August in Den Haag gestorben. Für zusätzliches Aufsehen sorgten die Ultras von Roter Stern mit einem riesigen Tifo.

Schweigeminute vor Belgrader Derby

Roter Stern Belgrad und Partizan verbindet eine der größten Rivalitäten im europäischen Fußball. Vor dem 180. Aufeinandertreffen der beiden Klubs rückte der Sport am Sonntag allerdings zunächst in den Hintergrund.

Vor dem Anpfiff wurde Ratko Mladić mit einer Schweigeminute bedacht. Die „Delije“, die organisierte Fanszene von Roter Stern, präsentierte außerdem ein großflächiges Tifo mit dem Porträt des verstorbenen ehemaligen Militärführers.

Die Aktion sorgte weit über den serbischen Fußball hinaus für Aufmerksamkeit. Mladić wird von Teilen der serbischen Gesellschaft bis heute verehrt, international gilt die Glorifizierung des verurteilten Kriegsverbrechers dagegen als hochproblematisch.

Mladić wegen Völkermords verurteilt

Ratko Mladić war während des Bosnienkriegs von 1992 bis 1995 Kommandant der bosnisch-serbischen Armee. Sein Name ist insbesondere mit dem Massaker von Srebrenica im Juli 1995 verbunden.

Bosnisch-serbische Truppen töteten nach der Einnahme der damaligen UN-Schutzzone mehr als 8.000 bosniakische Männer und Burschen. Internationale Gerichte stuften die Verbrechen als Völkermord ein.

Der Internationale Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien verurteilte Mladić 2017 unter anderem wegen Völkermords, Verfolgung, Mordes, Deportation und Terror gegen Zivilisten zu lebenslanger Haft. Das Urteil wurde später bestätigt.

Mladić starb am 27. August im Alter von 84 Jahren in Den Haag, wo er seine Haftstrafe verbüßte.

Beisetzung sorgt international für Kritik

Nach seinem Tod wurde Mladićs Leichnam nach Serbien überstellt. In Belgrad konnten Anhänger am Montag von ihm Abschied nehmen. Vor der St.-Lukas-Kirche bildeten sich lange Schlangen, während in der Kirche orthodoxe Priester Gebete sprachen.

Auch der Umgang der serbischen Regierung mit den Trauerfeierlichkeiten löste international Kritik aus. EU-Erweiterungskommissarin Marta Kos sagte einen geplanten Besuch in Serbien ab und begründete dies mit der aus ihrer Sicht unvereinbaren Verherrlichung eines verurteilten Kriegsverbrechers.

Die Kontroverse belastet damit auch das Verhältnis zwischen der Europäischen Union und dem EU-Beitrittskandidaten Serbien.

Roter Stern gewinnt das Derby

Sportlich setzte sich Roter Stern im prestigeträchtigen Derby mit 2:1 gegen Partizan durch und bleibt damit in der serbischen Meisterschaft makellos.

Mit sechs Siegen aus sechs Spielen übernahm der Klub die Tabellenführung. Auch zwei Österreicher waren beteiligt: Muhammed Cham stand bis in die Schlussphase auf dem Feld, Marko Arnautovic wurde in der zweiten Hälfte eingewechselt.

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