Auszeit: ÖSV-Weltcupsieger lässt Saison aus
Paraski-Superstar Johannes Aigner nimmt sich für die kommende Saison eine sportliche Auszeit. Der 21-jährige Niederösterreicher und fünffache Paralympics-Sieger verzichtet auf die Starts im Weltcup, um sich voll und ganz auf seine schulische Ausbildung und das Nachholen der Matura zu konzentrieren.
Fokus auf Ausbildung: Der Grund für Aigners Pause
Nach Jahren im extremen Spitzensport zieht der Athlet für das kommende Jahr bewusst die Bremse. In einer offiziellen Aussendung von Ski Austria erklärt Aigner, dass die schulische Ausbildung aufgrund der intensiven Rennwinter in den letzten Jahren etwas auf der Strecke geblieben sei.
„Nach langem Überlegen habe ich mich entschlossen, dieses Jahr nicht im Weltcup zu starten und mir eine Auszeit zu nehmen. Jetzt ist für mich der richtige Zeitpunkt, einmal einen Schritt zurück zu machen und mich auf die Matura zu konzentrieren“, betont Aigner.
Weiters erklärt der Spitzensportler: „Ich möchte mir dieses Jahr nehmen, ohne schon jetzt zu wissen, wie es danach weitergeht. Nach dieser Pause werde ich entscheiden, ob und in welcher Form ich in den Spitzensport zurückkehre.“
Bilanz eines Ausnahmetalents: Von Paralympics-Gold zu allen Kristallkugeln
Der Schritt kommt nach einer historisch erfolgreichen Saison. Zusammen mit seinem Guide Nico Haberl dominierte der sehbehinderte Athlet die vergangene Rennserie nach Belieben:
- Kristallkugel-Sweep: Gewinner aller fünf möglichen Weltcup-Wertungen (Gesamtweltcup, Abfahrt, Super-G, Riesentorlauf und Slalom).
- Paralympics-Triumph: Dreifaches Gold (Abfahrt, Super-G, Riesentorlauf) sowie Bronze in der Alpinen Kombination bei den Spielen in Milano Cortina 2026.
- Erfolgsserie seit 2022: Fünf Gesamtweltcupsiege in Folge, insgesamt neun Paralympics- und acht WM-Medaillen.
ÖSV unterstützt Entscheidung: Rückkehr-Option bleibt offen
Seitens des Österreichischen Skiverbandes (ÖSV) stößt die Entscheidung auf volles Verständnis. ÖSV-Paraski-Sportchef Manfred Widauer hebt die außergewöhnlichen Leistungen Aigners in den vergangenen Jahren hervor und befürwortet die Priorisierung der Ausbildung.
Der Verband sichert dem 21-Jährigen volle Unterstützung zu und hofft auf ein Comeback im darauffolgenden Winter. Aigner selbst möchte die gewonnene Distanz zum Rennzirkus nutzen, um in Ruhe über seine weitere sportliche Zukunft zu entscheiden.