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Der auf dem Tennisplatz jubelnde Novak Djokovic, der ein weißes Tennisdress mit einem blauen Karomuster trägt
Novak Djokovic verlässt die von ihm mitgegründete PTPA.
Novak Djokovic verlässt die von ihm mitgegründete PTPA.
DAVID GRAY / AFP / picturedesk.com

Djokovic zieht Konsequenzen: „Meine Werte passen nicht mehr“

05.01.2026 um 09:48, Yunus Emre Kurt
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Novak Djokovic sorgt zum Jahresbeginn für einen Paukenschlag: Der Tennisstar verlässt die von ihm mitgegründete Spielervereinigung PTPA.

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Das neue Tennisjahr beginnt mit einer überraschenden und weitreichenden Entscheidung. Novak Djokovic hat seinen Rückzug aus der Professional Tennis Players Association (PTPA) bekannt gegeben. Der Serbe, einer der erfolgreichsten Tennisspieler der Geschichte, verkündete den Schritt am Sonntagabend über Instagram.

„Nach reiflicher Überlegung habe ich beschlossen, mich vollständig von der Professional Tennis Players Association zurückzuziehen“, schrieb Djokovic. Ausschlaggebend seien „anhaltende Bedenken hinsichtlich Transparenz, Führung und der Art und Weise, wie meine Stimme und mein Bild dargestellt wurden“.

Mitbegründer zieht Konsequenzen

Djokovic hatte die PTPA im Jahr 2021 gemeinsam mit dem kanadischen Profi Vasek Pospisil gegründet. Ziel der Organisation war es, den Spielern eine stärkere, unabhängige Vertretung zu geben, losgelöst von bestehenden Verbänden wie ATP und WTA. Bis zuletzt war Djokovic Mitglied des Exekutivkomitees und eines der prominentesten Gesichter der Gewerkschaft.

Der nun erfolgte Rückzug markiert daher einen tiefen Einschnitt. „Ich bin stolz auf die Vision, die Vasek und ich bei der Gründung der PTPA geteilt haben: den Spielern eine stärkere Stimme zu geben“, betonte der 24-fache Grand-Slam-Sieger. Gleichzeitig stellte er klar: „Es ist deutlich geworden, dass meine Werte und meine Herangehensweise nicht mehr mit der aktuellen Ausrichtung der Organisation übereinstimmen.“

Konfrontationskurs sorgte für Kritik

In den vergangenen Monaten hatte die PTPA wiederholt für Schlagzeilen gesorgt. Besonders im März des Vorjahres rückte die Gewerkschaft ins Zentrum der Aufmerksamkeit, als sie schwere Vorwürfe gegen die führenden Tennisorganisationen erhob. In einer umfassenden Stellungnahme beschuldigte die PTPA die ATP, die WTA sowie den Weltverband ITF, ein „Kartell“ zu bilden und ein „korruptes, illegales sowie missbräuchliches System“ aufrechtzuerhalten.

Die Gewerkschaft leitete daraufhin weltweit rechtliche Schritte ein, ein aggressiver Kurs, der nicht unumstritten war. Selbst Djokovic zeigte sich damals zurückhaltend. Er räumte öffentlich ein, dass er einige Formulierungen der Klage als „sehr scharf“ empfunden habe.

Werte nicht mehr deckungsgleich

Genau diese Entwicklung scheint nun den Ausschlag für den Rückzug gegeben zu haben. In seinem Statement machte Djokovic deutlich, dass er den ursprünglichen Gedanken der PTPA weiterhin unterstützt, sich aber mit der aktuellen Umsetzung nicht mehr identifizieren kann. Zwischen den Zeilen wird klar, dass interne Differenzen und strategische Fragen eine Rolle spielten.

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