Mussolinis Urenkel erstmals im Kader von Rechtsaußen-Klub Lazio

Sein Urgroßvater war Italiens faschistischer Weltkriegs-Diktator Benito Mussolini. Nun war der 18-jährige Romano erstmals im Profi-Kader von Roms Traditionsverein Lazio - einen Klub, dessen Fans sich offen und stolz als rechtsextrem bezeichnen.
Autor: Philipp Eitzinger, 25.10.2021 um 09:21 Uhr

Eigentlich spielt er in Lazios U-19-Team in der italienischen Junioren-Meisterschaft. Wegen einiger Verletzungen im Profi-Kader wurde der 18-Jährige nun erstmals zu den "Großen" hochgezogen. Beim 1:4 von Lazio bei Verona kam Romano Floriani Mussolini zwar nicht zum Einsatz, aber er machte alleine durch seine Anwesenheit mehr Schlagzeilen als Giovanni Simeone, der alle vier Verona-Tore schoss...

Doppelname, damit "Mussolini" nicht ausstirbt

Romano ist der jüngste Sohn von Alessandra Mussolini, die einst für die Berlusconi-Partei "Forza Italia" im Europaparlament saß und Großneffe von Film-Diva Sophia Loren. Kurios: Eigentlich sind Doppelnamen in Italien nicht vorgesehen, aber Romano und seine großen Schwestern Caterina (26) und Clarissa (24) tragen dennoch einen. Dies wurde von den Nachfahren des "Duce" mit dem italienischen Staat ausgehandelt, damit der Name Mussolini nicht ausstirbt.

Daher geht Romano mit "Benito" als zweitem Vornamen durch's Leben. Und mit dem Namen eines brutalen Diktators und jenem seines Vaters Mauro Floriani - vor einigen Jahren als Kunde eines Kinderschänder-Rings entlarvt - durchs Leben. Auf dem Trikot mit der Nummer 44 steht "Floriani M." und Romano spielt (natürlich?) auf der rechten Außenbahn. Kein Witz.

Fans bezeichnen sich als faschistisch

Romano Floriani Mussolini ist die Politik nach eigenem Bekunden egal, aber dass er gerade bei Lazio spielt, ist durchaus passend. Schließlich gilt der Klub als Sammelbecken der extremen Rechten. Spieler wie Paolo di Canio, der seine Tore gerne auch mit dem faschistischen Gruß feierte, sind vergötterte Vereins-Legenden.

Wie eindeutig sich die Anhänger positionieren, wurde erst im Sommer 2021 wieder deutlich, als Neuzugang Elseid Hysaj bei der Willkommens-Veranstaltung das durch die Netflix-Serie "Haus des Geldes" wieder populär gewordene "Bella Ciao" sang – was aber ein Symbol-Lied des Widerstandes gegen die Faschisten war. Prompt ließen die Lazio-Fans auf ihren offiziellen Kanälen wissen: "Hysaj ist ein Wurm! Dass jemand im Lazio-Trikot dieses Lied singt, ist völlig verrückt und durch nichts zu entschuldigen. Lazio ist faschistisch und das sagen wir mit Stolz."