Historisch: Mikaela Shiffrin holt sechsten Gesamtweltcup
Es ist vollbracht: Mikaela Shiffrin hat sich zum sechsten Mal den Sieg im Ski-Gesamtweltcup gesichert. In einem nervenaufreibenden Finale im norwegischen Hafjell hielt die 31-jährige US-Amerikanerin dem Druck ihrer Verfolgerin Emma Aicher stand. Mit diesem Triumph zieht Shiffrin in der ewigen Bestenliste mit der legendären Annemarie Moser gleich, der dieses Kunststück in den 1970er Jahren gelang.
Der Krimi von Hafjell: Shiffrin wankt, aber fällt nicht
Dabei machte es Mikaela Shiffrin im allerletzten Rennen der Saison, dem Riesenslalom am Mittwoch, spannender als erwartet. Nach dem ersten Lauf schien die Sensation kurzzeitig möglich: Shiffrin unterlief ein schwerer Fahrfehler im unteren Abschnitt, wodurch sie zwischenzeitlich sogar aus den Punkterängen der Top-15 rutschte.
Doch im entscheidenden zweiten Durchgang bewies die Ausnahmeathletin Nervenstärke aus Stahl. Sie verbesserte sich in die Punkteränge und machte den Sack für den Gesamtweltcup rechnerisch zu. Die Erleichterung im Zielraum war grenzenlos, als der Gewinn der großen Kristallkugel feststand.
Das Duell mit der Allrounderin Emma Aicher
So hart wie in diesem Winter musste Mikaela Shiffrin noch nie kämpfen. Die junge Deutsche Emma Aicher (22) entpuppte sich als die "letzte Allrounderin" des Skizirkus. Während Shiffrin die Technik dominierte, punktete Aicher konstant in allen vier Disziplinen.
Vor dem Finale in Hafjell lag Shiffrin noch mit 85 Punkten in Führung. Das Szenario für Aicher war klar: Ein Sieg im Riesenslalom bei einem gleichzeitigen Patzer der US-Amerikanerin. Aicher lag zur Halbzeit auf Rang drei, fiel jedoch im Finale hinter Shiffrin zurück. Dennoch zollte die Weltcupsiegerin ihrer Rivalin Respekt: „Es ist eine große Ehre, sich mit jemandem zu messen, der in allen Disziplinen so stark und sicher fährt“, so Shiffrin bereits am Vortag.
Grundstein Slalom: 980 Punkte für die Ewigkeit
Die Basis für den sechsten Gesamtweltcup legte Mikaela Shiffrin in ihrer Paradedisziplin, dem Slalom. Die Zahlen dieser Saison sind schwindelerregend:
- 980 von 1.000 möglichen Punkten im Slalom-Weltcup.
- 9 Siege in 10 Saisonrennen.
- Durchschnittlich 1,2 Sekunden Vorsprung auf die Konkurrenz.
- Insgesamt 110 Weltcupsiege in ihrer Karriere.
„Diese Kugel ist das Symbol für alles, was mein Team geleistet hat“, betont Shiffrin im ORF-Interview.
Österreichs Lichtblick: Kristall für Julia Scheib
Während der Kampf um den Gesamtweltcup zwischen den USA und Deutschland ausgetragen wurde, feierte der ÖSV einen wichtigen Teilerfolg. Julia Scheib sicherte sich den Disziplinenweltcup im Riesenslalom. Trotz Müdigkeit am Ende einer langen Olympiasaison „Ich bin ein bisserl auf der müden Seite“, so Scheib im ORF rettete sie die Ehre der rot-weiß-roten Technikerinnen.
„Ich bin ein bisserl auf der müden Seite“, so Scheib im ORF, die trotz Müdigkeit am Ende einer langen Olympiasaison rettete sie die Ehre der rot-weiß-roten Technikerinnen.
Die Ski-Welt verabschiedet sich nun in die Sommerpause, bevor am 24. Oktober in Sölden die Mission Titelverteidigung für Mikaela Shiffrin beginnt.