"Wichtigstes Kapitel": Ski-Exot hört auf
Die Ski-Welt verliert einen ihrer profiliertesten Exoten. Der Chilene Henrik von Appen hat offiziell einen Schlussstrich unter seine aktive Laufbahn gezogen. Nach zahlreichen Verletzungen und einem dramatischen Sturz im vergangenen Winter sieht sich der 31-Jährige gezwungen, sein Karriereende bekannt zu geben.
Emotionaler Abschied auf Instagram
Mit einer bewegenden Botschaft wandte sich der Speed-Spezialist an seine Fans und Wegbegleiter. Die Entscheidung, die Skier an den Nagel zu hängen, sei das Resultat langer Überlegungen und der körperlichen Belastung der vergangenen Jahre, wie Henrik von Appen auf instagram schreibt: „Heute schließe ich eines der wichtigsten Kapitel meines Lebens ab. Es war keine leichte Entscheidung, aber ich habe sie mir sehr gut überlegt. Ich gehe mit Stolz.“
Sturz in Crans-Montana beendete Olympia-Traum
Das bittere Ende seiner Karriere nahm seinen Lauf beim Weltcup-Wochenende in Crans-Montana. Unmittelbar vor den Olympischen Spielen in Mailand und Cortina – für die sich von Appen mit einem starken 16. Platz in Wengen qualifiziert hatte – stürzte er schwer und verletzte sich massiv am Knie. Die Spuren der vielen Unfälle ließen eine Rückkehr auf Weltklasseniveau nicht mehr zu: „Mein Körper ist zu kaputt, um um Medaillen zu kämpfen. Dieser Sport ist brutal“, so Von Appen.
Chiles Skilegende hinterlässt Spuren
Henrik von Appen galt über Jahre als der bekannteste „Ski-Exot“ im Weltcup-Zirkus. Mit 97 Weltcuprennen, der Teilnahme an sechs Weltmeisterschaften und drei Olympischen Spielen rückte er sein Heimatland Chile auf die Landkarte des alpinen Skisports. Sein bestes Resultat war ein 14. Platz im Super-G von Beaver Creek im Jahr 2022.
In seinen Abschiedsworten betont er die Bedeutung seiner Herkunft und seine Vorbildfunktion für kommende Generationen in Südamerika: „Chile weltweit zu vertreten, war die größte Ehre meiner Karriere. Ich hoffe, ich konnte zukünftige Generationen dazu inspirieren, daran zu glauben, dass man auch von weit her mit den Besten der Welt mithalten kann.“
Während von Appen nun in die „Ski-Pension“ geht, bleibt er dem Sport verbunden. Für ihn ist dieser Schritt kein endgültiger Abschied, sondern der „Beginn eines neuen Kapitels“.